Ingrid Holler: „Mit dir zu reden ist sinnlos … Oder?“

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Konflikte klären durch Mediation mit Schwerpunkt GFK – ein Mediationshandbuch mit DVD

Ich erinnere mich an einen Workshop mit Marshall Rosenberg, in dem er Streitschlichtung als Anwendung der vier Schritte der GFK in zwei Richtungen beeindruckend demonstrierte: Es kam sowohl darauf an, Vorwürfe und Schuldzuweisungen immer wieder in die Sprache der Gefühle und Bedürfnisse zu übersetzen, als auch sicher zu stellen, dass die daraus resultierenden Botschaften vom jeweiligen Adressaten auch gehört werden, so dass sich gegenseitiges Verstehen entfalten kann. Viele MediatorInnen arbeiten auf der Grundlage der GFK oder lassen Elemente davon einfließen. Mit Ingrid Hollers 2010 erschienenem Buch können sich in dieser Richtung Interessierte endlich die „volle Dröhnung“ geben – im Sinne von intensivem Eintauchen in die Thematik, dem Erschließen von methodischem Handwerkszeug und dem Gewinnen von Orientierung innerhalb eines durchaus komplexen Prozesses.
Am Anfang wird die „Philosophie“ von Mediation mit Schwerpunkt GFK vorgestellt. Dies geschieht u. a. mit dem Bild eines verstopften Flusses: Allerlei Unrat hat sich angesammelt und staut das Wasser. Auf der einen Seite herrscht eine hoher Wasserstand mit enormen Druck, auf der anderen Seite Ebbe und Mangel – nichts geht mehr. Achtung: Rückt man der Staustufe mit dem Werkzeug von Mediation und GFK zuleibe, ist zweitweise mit hohen Fließgeschwindigkeiten zu rechnen!
Anschließend wird Rosenbergs Vier-Schritte-Modell mit einem gängigen Fünf-Phasen-Konzept von Mediation verknüpft und der Ablauf sehr detailliert dargestellt. Im weiteren Verlauf werden verschiedene Methoden, Frage- und Kreativitätstechniken vorgestellt. Abschließend werden verschiedene Aspekte wie Möglichkeiten und Grenzen von Mediation, rechtliche Fragen sowie Möglichkeiten der Institutionalisierung, Qualitätssicherung und Vernetzung von Mediationsangeboten aufgezeigt. Mir persönlich hat das Buch dabei geholfen, mich auf meine ersten Team-Mediationen vorzubereiten – und bestimmte Fettnäpfe nicht selber mitzunehmen, sondern gut informiert zu umgehen.

Link zum Buch auf thalia.de

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