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André Gödecke

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Wann spreche ich?

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Im Herbst 2009 begann ich meine Ausbildung zum Dialogbegleiter in einem Bildungshaus auf der Insel Sylt. Bei der Anreise stellte ich fest, dass es sich um eine recht große Seminargruppe von über 20 Personen handelte, und verspürte erst einmal Unbehagen. Ich erinnerte mich an Gruppensituationen, in denen mir der Kopf wehtat, weil ich über lange Zeit einer Fülle von Redebeiträgen ausgesetzt war, die wenig Bedeutsames enthielten und manchmal auch in anstrengende Diskussionen oder gar Konflikte mündeten. Ich selber neige dann zu schweigender Zurückhaltung, einhergehend mit Gefühlen wie Anspannung, Ratlosigkeit und Aggression. Weiterlesen

Herbstgefühle

Kastanien

Was hat der Herbst mit dem Frühling gemein? Er ist plötzlich da, liegt auf einmal in der Luft und durchweht einen mit der Gewissheit, dass alles im Wandel ist. Dagegen kommen Sommer und Winter doch eher als allmähliche Veränderung oder als Steigerung des bereits Vorhandenen daher.

Auch stellen sich Erinnerungen an vergangene Herbste ein – Erinnerungen, an denen alle Sinne beteiligt sind: Hand in Hand und verliebt, inmitten eines Kerzenteppichs standen meine heutige Frau und ich 1989 bei der Mahnwache für inhaftierte Demonstranten an der halleschen Kirche St. Georgen.
„UND WAS IST MIT DER DEUTSCHEN EINHEIT?“ ergriff ein strubbelhaariges, lederbejacktes Männlein das Wort und überzog die Anwesenden mit einem erregten Wortschwall. Weiterlesen

Was ist Dialog unter freiem Himmel?

IMG_20150208_125152Seit Mai dieses Jahres finden die Dialoge unter freiem Himmel am Peißnitzhaus statt – Gesprächskreise zu verschiedenen Themen, offen für alle Interessierten. Immer wieder wird gefragt, worum es sich dabei konkret handelt – deshalb soll an dieser Stelle noch mal eine Erklärung erfolgen, wohl wissend, dass dies nicht der sprichwörtlichen Weisheit letzter Schluss sein muss.
Anliegen dieser Treffen ist es, gute Gesprächskultur in Gruppe Weiterlesen

Aktiv zuhören oder lauschen?

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In meinen Seminaren lade ich die Teilnehmenden gerne zu Dialogen anhand bestimmter Fragen ein. Dabei bitte ich Person A darum, Person B aufmerksam und schweigend zuzuhören. Immer mal wieder führt das zu Irritationen: Die meisten von uns sind es gewohnt, den Erzählfluss des Gegenübers mit Lauten (Hmm, ah ja …) und Gesten (Kopfnicken …) zu begleiten oder hin und wieder Fragen zu stellen. Oft gibt diese „Begleitmusik“ auch der Sprechenden die Sicherheit, dass sie „richtig ist“ mit ihrem Thema oder ihrer Art zu erzählen. Weiterlesen

Viktor Frankl: „…trotzdem Ja zum Leben sagen“

Trotzdem Ja zum Leben sagen

Dieses Buch hat mich berührt wie kaum ein anderes – und mich sehr neugierig gemacht auf den Autor und sein Lebenswerk. Der Wiener Psychiater Viktor Frankl wird 1942 von den Nationalsozialisten nach Theresienstadt deportiert und 1944 von dort nach Auschwitz gebracht. Später verlegt man ihn nach „Kauffering III“ und Türkheim, zwei Außenlager des KZ Dachau. In „Trotzdem Ja zum Leben sagen“ beschreibt er die Zeit von der Ankunft in Auschwitz bis zur seiner Befreiung durch die US-Army Ende April 1945 – und nimmt dabei ganz bewusst den Blickwinkel des Wissenschaftlers und Psychiaters ein. Weiterlesen

Die innere Stimme (wieder)finden – Die Dialogische Haltung in der Arbeit mit Eltern

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Vor ungefähr zehn Jahren, mein Sohn ging noch in den Kindergarten, erlebte ich einen recht bizarren Moment: Wir befanden uns an der Garderobe und ich wurde ungeduldig und auch ziemlich barsch, weil ich es eilig hatte und mir die Art meines Sohnes sich umzuziehen viel zu langsam erschien. Das Bizarre bestand darin, dass ich am Vorabend genau hier in der Kita als Referent im Rahmen eines thematischen Elternabends einen Vortrag hielt – Thema: Konfliktlösung mit Kindern im Sinne der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg. Weiterlesen

EDEKA, die Liebe und das Universum

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„Schön, dass Sie unsere Liebe teilen.“ steht jetzt am Eingang meiner Kaufhalle über einem großen gelben Herz, welches sich dank surrender Tür-Automatik tatsächlich vor mir teilt, wenn ich den Laden betrete. Grrrrrrr … Nicht genug, dass es drückend heiß ist und einem die Klamotten am Leibe kleben – jetzt werde ich auch noch vom bräsigen Trothaer Edeka aufdringlich angeherzt! Ja, die wollen und müssen ihren Kramladen irgendwie mit Bedeutung aufladen, um sich von den anderen Kramläden abzuheben. Ich bin ja auch froh, dass es sie noch gibt angesichts der immer näher rückenden Lidl-, Netto- und Penny-Einschläge. Aber müssen es immer gleich die ganz großen Gefühle sein, die mich beim leidlichen Zusammenklauben von Knoblauch, Keks und Klopapier begleiten sollen? Weiterlesen

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