In diesem vorerst letzten von insgesamt 4 Beiträgen zu meiner Veto-Weiterbildung in 2024 geht es um Schildkröten. Falls dich das irritiert, liegt es vielleicht daran, dass du den vorhergehenden Artikel über die Statussymboltiere noch nicht gelesen hast. Führe ihn dir gerne zu Gemüte, damit du den folgenden Inhalt besser einordnen kannst!
Schildkröten gelten in vielen Kulturen als Symbol für ein langes Leben sowie für Geduld und Weisheit. Manche sehen in ihnen auch ein Symbol für das Vergehen der Zeit an sich. Als ich mit meinen großen Kindern im Sommer in Albanien war, gab es immer großes Hallo, wenn es plötzlich im Gebüsch raschelte und eine Landschildkröte daraus hervorkrabbelte – meistens zielstrebig und unbeirrt auf dem Weg zu einem Ziel, das wohl nur sie selber kannte.
Aber was verkörpert die Schildkröte als Symbol für Führungsstile oder pädagogische Handlungsmuster?
Wir haben es hier mit einem Wesen tun, das sowohl buchstäblich als auch im übertragenen Sinne in sich zu Hause ist! Während die im vorhergehenden Artikel beschriebenen Statustypen Löwe, Kläffer und Erdmännchen letztlich das Ergebnis unterschiedlicher Formen autoritärer Prägung in der Kindheit sind, stellt Typ Schildkröte gewissermaßen das Entwicklungsziel dar, welchem sich entwicklungsbereite Menschen durch bewusste Selbstreflexion, Training und mutig-spielerisches Experimentieren immer mehr anverwandeln können.
Aus Sicht der von Maike Plath entwickelten Status-Typologie steht die Schildkröte für inneren Hochstatus in Kombination mit äußerem Tiefstatus. Innerer Hochstatus deshalb, weil sie …
- sich und ihre Grenzen gut kennt und sie mit ihrem eigenen Gefühlsleben vertraut ist.
- die Höhen und Tiefen des Lebens prinzipiell als wertvolle Lernerfahrungen sehen kann.
- dadurch letztendlich einen gesunden Selbstwert sowie ein bemerkenswertes Gefühl für Integrität entwickeln konnte.
- Was genau stört mich eigentlich an Verhaltensweisen spezieller Zeitgenoss:innen?
- Warum werden da Emotionen in einem Maße angetriggert, welches irgendwie in keinem angemessenen Verhältnis mit dem betreffenden Verhalten zu stehen scheint?
- Und: Was würde passieren, wenn ich mir, sagen wir mal, 5-10 % davon probehalber zu eigen machen würde?


