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	<title>Rassismus Archive - andregoedecke.de</title>
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		<title>Mit Rechten reden?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 May 2026 05:44:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerdialoge]]></category>
		<category><![CDATA[Dazusetzen & Mitreden]]></category>
		<category><![CDATA[Dialog & Dialogische Haltung]]></category>
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<table role="presentation" border="0" width="100%" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td class="r14-c nl2go-default-textstyle" align="left">
<div>
<p id="isPasted" class="default">Zu viele Berufspolitiker:innen setzen - anstatt zu liefern - auf Polarisierung und Spaltung. So treffen vergiftete Narrative auf Abstiegsängste, Verschwörungstheorien oder Wünsche nach einfachen Lösungen. Sie verhärten sich dann zu populistischen Weltsichten, denen auch mit noch so faktenbasierter Argumentation kaum beizukommen ist.</p>
<p class="default"><em><strong>Aber in mir lebt ein wissenschaftsaffiner Klarstellungs-Nerd, dem es nahezu körperliche Schmerzen bereiten würde, allzu steilen Thesen zu Klimawandel, Migration, Geopolitik usw. unwidersprochen Gehör zu schenken!</strong></em></p>
<p class="default">Er ernährt sich u.a. von Dokus, Podcasts und gut recherchierten Artikeln, und mutiert in Streitgesprächen schnell zum altneunundachtziger Oberlehrer, der keine Gefangenen macht.  Für einen entspannten, konstruktiven und gleichwürdigen Umgang miteinander ist das natürlich oft nicht so günstig. Außerdem würde wohl niemand, der als „irrational“, „uninformiert“ oder „aus der Zeit gefallen“ gebranntmarkt wird, deswegen eine andere Partei wählen oder fortan auf diskriminierende Begriffe verzichten.</p>
<p class="default">Ein Weg aus dieser Falle mag darin liegen, das leidige Tretminenfeld der starken Meinungen und des vermeintlichen Genau-Bescheid-wissens immer wieder zu verlassen, und den Fokus auf <em>das unmittelbar Persönliche</em> zu richten:</p>
<ul>
<li><em><strong>Wie geht es dir und mir eigentlich gerade - z.B. mit der Art, wie wir über politische Themen reden?</strong></em></li>
<li><strong><em>Wie reagieren du und ich auf Veränderung?</em></strong></li>
<li><strong><em>Wofür sind wir dankbar?</em></strong></li>
<li><strong><em>Wie geht es uns mit Blick auf die Zukunft unserer Kinder?</em></strong></li>
<li><em><strong>…</strong></em></li>
</ul>
<p class="default">Gelingende Gespräche dieser Art schätze ich sehr, denn sie führen oft in die Tiefe – aber natürlich nicht automatisch zu anderen Wahlentscheidungen! Dennoch würde ich die transformative Kraft von Momenten echter Begegnung niemals unterschätzen – bezogen natürlich auf ALLE am Gespräch beteiligen Personen! Egal, was die anstehenden Wahlen und die kommenden Monate und Jahre bringen werden:</p>
<p class="default"><em><strong>Neben handfestem gesellschaftlichem Gegendruck brauchen wir Menschen, die echte Fragen stellen und zuhören können – und wir brauchen Räume, in denen wertschätzende und demokratische Gesprächskultur praktiziert wird - analog und uns einander zumutend, trotz unterschiedlicher Sichtweisen und Biografien!</strong></em></p>
<p class="default">Als Dialogbegleiter, z.B. bei <a href="http://www.dazusetzen-mitreden.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer" type="absoluteLink">„Dazusetzen &amp; Mitreden“</a> setze ich bei polarisierendem Sprech ab einem bestimmten Punkt natürlich Grenzen. Gleichzeitig ist es mir wichtig, nicht zu verurteilen und die betreffenden Personen möglichst weiter im Gespräch zu halten.</p>
<div id="attachment_4676" style="width: 1010px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4676" class="wp-image-4676 size-full" src="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild-Mit-Rechten-reden.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild-Mit-Rechten-reden.jpg 1000w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild-Mit-Rechten-reden-980x654.jpg 980w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild-Mit-Rechten-reden-480x320.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1000px, 100vw" /><p id="caption-attachment-4676" class="wp-caption-text">2 von 7 demorkratischen Führungsjokern aus dem Veto-Ansatz von Maike Plath</p></div>
<p class="default">Die oben abgebildeten Karten – zwei <em>demokratische Führungsjoker</em> aus dem bewährten Veto-Instrumentarium von Maike Plath* – sollen die Teilnehmenden ermutigen, zeitnah zu reagieren, wenn z.B. diskriminierende Äußerungen fallen: STÖRGEFÜHL und VERANTWORTUNG liegen für alle sichtbar in der Mitte und laden dazu ein, sich im Fall der Fälle irgendwie bemerkbar zu machen, anstatt nur die Luft anzuhalten und abzuwarten, wie sich die Moderation dazu verhält. Denn in der Regel sind die Dialogteilnehmer:innen in Summe recht divers, sodass polarisierende Perspektiven oft auch auf eine Art Korrektiv stoßen.</p>
<p class="default">Eines möchte ich – vor allem mit Blick auf die Artikelüberschrift – zum Schluss noch loswerden:</p>
<p class="default"><em><strong>Die Freiheit zu entscheiden, ob ich mit rechten Menschen rede oder nicht, ist ein Privileg! </strong></em></p>
<p class="default">Denn es gibt viele gefährdete Zeitgenoss*innen unter uns, für die stellt sich aufgrund von Hautfarbe, Ethnie, sexueller Orientierung u.a.m. diese Frage gar nicht - und im Falle einer harten Machtübernahme würden sie zu den ersten gehören, die neben der „normalen“ alltäglichen Diskriminierung brutale Schikanen, Entzug von Rechten oder Schlimmeres erleiden müssten.</p>
<p class="default">Aktuell schießen Dialoginitiativen gefühlt wie Pilze aus dem Boden - und auch unser hallesches Format „Dazusetzen &amp; Mitreden“ erfährt immer mehr Interesse und Nachfrage. Nach etlichen Jahren Engagement mit vergleichsweise wenig Resonanz freue ich mich riesig darüber!</p>
<p class="default"><strong>Wenn auch Du Lust auf gute Gesprächskultur hast, kann ich Dich nur ermutigen: Übe die nötigen Skills und fang an! Aber bitte immer schön entspannt bleiben und keine neue <em>Norm</em> daraus machen!</strong></p>
</div>
</td>
</tr>
<tr>
<td class="r15-c" align="center">
<table role="presentation" border="0" width="100%" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td height="0">­</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
<tr>
<td class="r14-c nl2go-default-textstyle" align="left">
<div><hr />
<p class="default"><strong>* Erklärung zu den demokratischen Führungsjokern</strong></p>
<ul>
<li class="default">"Störgefühl: Wenn etwas irritiert oder emotional blockiert, kann ich 'Störgefühl' zurückmelden. Ich muss dabei nicht direkt benennen können, woher das Gefühl kommt."</li>
<li class="default">"Verantwortung: Wenn ich den Eindruck habe, dass jemand gedemütigt oder herabgesetzt wird, kann ich 'Verantwortung' rufen. Die Führung weiß dann: 'Hier stimmt etwas nicht.' "</li>
</ul>
<p class="default"><strong>Quelle</strong>: Maike Plath: "Das Veto-Prinzip. Die sieben Säulen gleichwürdiger Pädagogik", Beltz 2023</p>
<p class="default"><strong>Weitere Informationen</strong>: <a id="isPasted" href="https://7q09c.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1f8JIKXwHGZDuHQHs936Rbbiui/Fzx0z_oPAiQ7" target="_blank" rel="noopener noreferrer" type="absoluteLink" data-fr-linked="true">https://vetoinstitut.de/</a></p>
<hr /></div>
<strong>Informationen zum Halleschen Dialogformat "Dazusetzen &amp; Mitreden":</strong> <a href="http://www.dazusetzen-mitreden.de" target="_blank" rel="noopener">www.dazusetzen-mitreden.de</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
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		<title>Ich dulde keinen Rassismus bei Bürgerdialogen</title>
		<link>https://andregoedecke.de/ich-dulde-keinen-rassismus-bei-buergerdialogen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Oct 2025 09:51:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerdialoge]]></category>
		<category><![CDATA[Dazusetzen & Mitreden]]></category>
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		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wir hatten wieder mal eingeladen zu Dazusetzen &amp; Mitreden, also zum Dialog im Sinne von achtsam sprechen und zuhören. Unser Gastgeber, ein Stadtteilzentrum, hatte Pizzabacken organisiert und einen DJ engagiert. Dieser rückte mit einem Stapel alter DDR-Schallplatten an, weil man davon ausging, dass vor allem Senior:innen aus der Nachbarschaft der Einladung zum Bürger:innendialog folgen werden. So kam es denn auch – und es stellte sich im Laufe des Dialogs heraus, dass einige wenige von ihnen offenbar nur erschienen waren, um sich als verängstigte Opfer des „Zustroms von Ausländern nach der Wende“ zu präsentieren und ordentlich Frust abzulassen. In meiner Rolle als Moderator intervenierte ich klar und deutlich und stoppte diese Rethorik - konnte jedoch nicht verhindern, dass eine Teilnehmerin mit türkischen Wurzeln die Runde verließ, nachdem sie, emotional ziemlich aufgewühlt, zum Ausdruck brachte, DASS SIE ES SATT HAT, immer wieder als Sündenbock für irgendwelche „schlimmen Ausländer“ herhalten zu müssen.</p>
<p>Das tat mir sehr weh und es fiel mir schwer, die Balance zu halten zwischen meiner Rolle als Moderator und dem Impuls, in dem Moment einfach nur wütend alles abfackeln zu wollen: Scheiß auf Empathie und „Respekt gegenüber dem Alter“ - ich dulde keinen Rassismus bei Dazusetzen &amp; Mitreden! Dennoch gaben ein Mitstreiter und ich uns während des anschließenden informellen Teils der Veranstaltung einen Ruck und setzten uns zu den älteren Herrschaften, um zu erkunden, was sie nach dem Eklat bewegt - und um ihnen nochmal darzulegen, wie wir die Situation erlebt und empfunden haben. Es entwickelte sich ein intensives Gespräch, das sich im Wesentlichen darum drehte, inwieweit Aussagen, die vorgeblich nicht rassistisch GEMEINT waren, in ihrer Wirkung doch rassistisch SIND, weil sie bei von Rassismus betroffenen Personen nun mal Unbehagen und Schmerz auslösen.</p>
<p>Der Grundton dieses Gespräches war emotional und nachdenklich zugleich, und im Nachhinein bin ich froh, es noch geführt zu haben. Aber ich bin auch froh, meine Wut nicht unter einer Maske aus sogenannter Professionalität oder falsch verstandener Neutralität verborgen gehalten zu haben. Ich glaube, die kommenden Wochen und Monate werden sehr herausfordernd und lernintensiv – und ich bin froh, dass es immer mehr Menschen um mich herum gibt, mit denen ich über all das in offenem Austausch sein kann - die mir auch immer wieder Mut machen, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.</p>
<p>Grafik by geralt - pixabay</p>
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