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	<title>Veränderung Archive - andregoedecke.de</title>
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		<title>Nie wieder Kooperation mit Schule &#8211; es lebe die Kooperation mit Schule</title>
		<link>https://andregoedecke.de/nie-wieder-kooperation-mit-schule-es-lebe-die-kooperation-mit-schule/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2025 10:17:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[ALLE WETTER Kreisgespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor gut drei Jahren machte ich mich selbständig mit einem Gesprächsformat für Schulklassen bzw. mit Fortbildungen dazu für pädagogische Fachkräfte. Zu Beginn dieses Jahres musste ich mir eingestehen: ES LÄUFT [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/nie-wieder-kooperation-mit-schule-es-lebe-die-kooperation-mit-schule/">Nie wieder Kooperation mit Schule &#8211; es lebe die Kooperation mit Schule</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span class="break-words tvm-parent-container"> <span dir="ltr">Vor gut drei Jahren machte ich mich selbständig mit einem Gesprächsformat für Schulklassen bzw. mit Fortbildungen dazu für pädagogische Fachkräfte. Zu Beginn dieses Jahres musste ich mir eingestehen: ES LÄUFT SO GAR NICHT NACH PLAN! Nach einer Phase von Katzenjammer, nach Mentoring, Coaching und einer Neuausrichtung meines Business bei laufendem Betrieb, möchte ich hier über diesen Prozess schreiben.</span></span></strong></p>
<p id="ember1239" class="ember-view reader-text-block__paragraph">Ich hatte mich von Beginn meiner Freiberuflichkeit an sehr stark auf den Bereich <strong>Schule </strong>fokussiert – in Kombination mit einem starken Weltverbesserungsmotiv:</p>
<ul>
<li>Mit den ALLE WETTER Kreisgesprächen (So nennt sich das o.g. Format) einen Beitrag leisten zur Humanisierung und Demokratisierung des Bildungssystems</li>
<li>Progressiven Pädagog:innen eine praktische Handhabe für neue Wege im Umgang mit Konflikten liefern</li>
<li>&#8230; und natürlich von all dem auch leben können.</li>
</ul>
<p id="ember1241" class="ember-view reader-text-block__paragraph"><em>Seriöse Markt- und Zielgruppenanalyse? Nicht doch!</em></p>
<p id="ember1242" class="ember-view reader-text-block__paragraph"><em>Nüchternes Abwägen von Risiken und Chancen? Chill mal!</em></p>
<p id="ember1243" class="ember-view reader-text-block__paragraph"><em>Plan B, falls es doch nicht so läuft, wie erwartet? Locker bleiben, Alter!</em></p>
<p id="ember1244" class="ember-view reader-text-block__paragraph">Es herrschte Prinzip Hoffnung, denn innerhalb meines damaligen kleinen Universums aus Podcasts, soziologischer Fachliteratur und Vorträgen von Bildungsinfluencern war ich mir sicher, auf der richtigen Spur zu sein! Ich konnte es kaum erwarten, mit meinen Angeboten bei jenen engagierten Pädagog:innen und Schulleitungen, die etwas verändern wollen, die weit, weit offenen Türen einzurennen.</p>
<p id="ember1245" class="ember-view reader-text-block__paragraph">Aber wie gesagt, es kam anders: Das Interesse hielt sich in Grenzen, und die Kooperationen, die ich einging, waren größtenteils enttäuschend. Es war in den meisten Fällen nicht die Förderung von Partizipation oder einer demokratischen Gesprächs- und Konfliktkultur, die man sich von der Zusammenarbeit mit mir erhoffte, sondern das <strong>Beheben von Disziplinproblemen.</strong></p>
<p id="ember1246" class="ember-view reader-text-block__paragraph">Nun, da waren sie bei mir ja an den Richtigen geraten …</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-2801 size-full" src="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/09/Foto-sw.png" alt="" width="600" height="300" srcset="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/09/Foto-sw.png 600w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/09/Foto-sw-480x240.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 600px, 100vw" /></p>
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</div>
<p id="ember1248" class="ember-view reader-text-block__paragraph">In den Kreisgesprächen geht es hauptsächlich darum, einen geschützten Rahmen zu schaffen, in dem über das Miteinander in der Klasse, über persönliche Erlebnisse, Gefühle und Bedürfnisse gesprochen werden kann. Sie bieten Raum für ehrlichen Austausch, neue Ideen und ermöglichen es den Schüler:innen, ihre eigenen Gedanken und Vorschläge einzubringen. Die Aufgabe der Pädagog:innen besteht &#8222;lediglich&#8220; darin, aufmerksam zuzuhören, die Vorschläge und Ideen aufzugreifen und den Kindern im weiteren Verlauf bei der Umsetzung zu helfen. Trotz klarer Absprachen kam es seitens der beteiligten Lehrkräfte jedoch immer wieder zu „Standpauken“ und lautstarken Zurechtweisungen, wurden die Ideen der Kinder abgewertet oder die eigene Agenda in den Vordergrund gerückt.</p>
<p id="ember1249" class="ember-view reader-text-block__paragraph">Ich versuchte das eine Zeit lang als Einzelfälle oder Ausrutscher zu betrachten. Aber als es sich dann häufte, entschloss ich mich dazu, eine Art <strong>Sozialforschung in eigener Sache </strong>zu betreiben: Auf Basis einer Recherche zu aktuellen Ergebnissen von Schulforschung erstellte ich einen Fragen-Leitfaden und verabredete mich mit Lehrer:innen zu Interviews: Ich wollte genauer wissen, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert sind und welche Art von Unterstützung sie sich wirklich wünschten: Wo kann ich das Konzept noch optimieren, sodass es den Lehrkräften leichter fällt sich auf diese Prozesse einzulassen?</p>
<p id="ember1250" class="ember-view reader-text-block__paragraph">Es waren durchweg gute und intensive Gespräche, in denen ich noch einmal eine Menge über den Job als Lehrer:in und über die Realitäten innerhalb unseres Bildungssystems lernte. Ich bin meinen Interviewpartnerinnen sehr dankbar dafür &#8211; allerdings wurde mir spätestens bei der Auswertung schmerzhaft bewusst:</p>
<p id="ember1251" class="ember-view reader-text-block__paragraph"><em>Das Problem ist systemischer Natur.</em></p>
<p id="ember1252" class="ember-view reader-text-block__paragraph"><em>Es gibt für mich nichts zu optimieren.</em></p>
<p id="ember1253" class="ember-view reader-text-block__paragraph"><em>Ich sitze mit meinen Angeboten schlichtweg im falschen Zug.</em></p>
<p id="ember1254" class="ember-view reader-text-block__paragraph">Beispielsweise stellte sich heraus, dass die Kompetenz „Empathische Haltung und Beziehungsorientierung“, um deren Stärkung es in meiner Arbeit ja schwerpunktmäßig geht, in der Rangfolge der Relevanz für gute Klassenleitung relativ weit unten rangiert. Und nicht nur das: Lehrkräfte, die dem einen zu großen Stellenwert einräumen, kommen erfahrungsgemäß regelmäßig in Schwierigkeiten, weil wirklich ernst gemeinte Beziehungsorientierung auch immer mit einem gewissen Maß an zugestandener <strong>Wahlfreiheit </strong>einhergeht.</p>
<p id="ember1255" class="ember-view reader-text-block__paragraph">Nun bringt i.d.R. jeder Versuch, Wahlfreiheit innerhalb eines traditionell sehr restriktiven Umfeldes zu ermöglichen, immer erstmal eine Menge Unruhe ins System: Kinder und Jugendliche testen die erweiterten Grenzen aus bzw. drehen erstmal frei, bevor man in echte Kooperation mit ihnen kommt. Der Ärger mit Kolleg:innen, Schulleitung und Elternschaft folgt dann meist auf dem Fuß.</p>
<p id="ember1256" class="ember-view reader-text-block__paragraph">An diesem Punkt angekommen, dachte ich nur noch „Jetzt oder nie!“: Den sprichwörtlichen Zug verlassen und lieber heute als morgen den Umstieg zu bewerkstelligen, inklusive neuer Zielgruppe, neuer Webseite usw. usf. – um am Ende des Tages nicht an der Endstation Bad Pleitenhausen zu stranden!</p>
<p id="ember1257" class="ember-view reader-text-block__paragraph">Zum Glück gibt es für solche Lebenslagen Angebote wie Coaching und Mentoring. Die halfen mir dabei, nicht in Selbstzweifel und Fatalismus zu versinken, sondern den Blick mal ressourcenorientiert auf das zu richten, was ich jenseits von Schule bisher alles „nebenbei“ schon tue: Z.B. Teamdialoge und Mediation in Pflegeeinrichtungen, Supervision, Führungskräftecoachings usw. – <strong>und das endlich mal vom Kopf auf die Füße zu stellen und in den Mittelpunkt meines Business zu rücken</strong>!</p>
<p id="ember1258" class="ember-view reader-text-block__paragraph">Natürlich hadere ich immer noch ein wenig mit dem Verlust meiner „Mission“ &#8211; und das Gebot der Stunde lautet: Trotz deutlich reduzierter Weltverbesserungs-Attitüde jeden Morgen aufstehen, um meinen verdammten Kram auf die Reihe zu bekommen, die geschäftlichen Zahlen im Auge zu behalten &#8211; und natürlich immer wieder mein Bestes zu geben für meine Kunden!</p>
<p id="ember1259" class="ember-view reader-text-block__paragraph">Jetzt, ein gutes halbes Jahr nach dem Realitätsschock gehe ich übrigens immer noch an Schulen und mache ALLE WETTER Kreisgespräche bzw. Fortbildungen dazu – allerdings nur noch mit handverlesenen Kooperationspartner:innen und dadurch <strong>mit viel mehr Klarheit und Leichtigkeit</strong>! Denn die Kreisgespräche sind nun <strong>nicht </strong>mehr mein wichtigstes Standbein, und somit steht auch nicht mehr alles auf dem Spiel, wenn es mal wieder gewaltig knirscht in der Zusammenarbeit.</p>
<p id="ember1260" class="ember-view reader-text-block__paragraph">Außerdem muss ich inzwischen nicht mehr alles alleine wuppen, denn mir sind auf der bisherigen Reise wunderbare Mitstreiter:innen begegnet, die mir bei der mitunter etwas kniffligen Zusammenarbeit mit den Schulen immer wieder zur Seite stehen:</p>
<p class="ember-view reader-text-block__paragraph"><a href="https://www.schulerfolg-sichern.de/das-programm/regionale-netzwerkstellen/saalekreis.html" target="_blank" rel="noopener">Netzwerkstelle Schulerfolg Saalekreis</a></p>
<p class="ember-view reader-text-block__paragraph"><a href="https://www.schulerfolg-sichern.de/das-programm/landesweite-koordinierungsstelle.html" target="_blank" rel="noopener">Deutsche Kinder- und Jugendstiftung Sachsen-Anhalt</a>.</p>
<p id="ember1261" class="ember-view reader-text-block__paragraph">Funfact: Ich hatte seit Beginn meiner Selbständigkeit noch nie so viele Anfragen von Schulen wie in diesem Sommer und Herbst.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-2802 size-large" src="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/09/original_e6311fc0-b215-4e0d-adc8-31d2d4662b7f_IMG_20240809_1227293-1024x768.jpg" alt="" width="1024" height="768" srcset="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/09/original_e6311fc0-b215-4e0d-adc8-31d2d4662b7f_IMG_20240809_1227293-980x735.jpg 980w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/09/original_e6311fc0-b215-4e0d-adc8-31d2d4662b7f_IMG_20240809_1227293-480x360.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></p>
<p id="ember1263" class="ember-view reader-text-block__paragraph">
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		<title>In sich zu Hause: Schildkröten</title>
		<link>https://andregoedecke.de/in-sich-zu-hause-schildkroeten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Feb 2025 20:15:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Autoritäre Prägung]]></category>
		<category><![CDATA[Maike Plath]]></category>
		<category><![CDATA[Schildkröte]]></category>
		<category><![CDATA[Statuslehre]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Vetoprinzip]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In diesem vorerst letzten von insgesamt 4 Beiträgen zu meiner Veto-Weiterbildung in 2024 geht es um Schildkröten. Falls dich das irritiert, liegt es vielleicht daran, dass du den vorhergehenden Artikel [&#8230;]</p>
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<p>In diesem vorerst letzten von insgesamt 4 Beiträgen zu meiner <a href="https://vetoinstitut.de/angebot/weiterbildung/">Veto-Weiterbildung </a>in 2024 geht es um Schildkröten. Falls dich das irritiert, liegt es vielleicht daran, dass du den <a href="https://andregoedecke.de/loewe-klaeffer-oder-erdmaennchen-die-macht-der-bewaeltigungsstrategien/">vorhergehenden Artikel über die Statussymboltiere </a>noch nicht gelesen hast. Führe ihn dir gerne zu Gemüte, damit du den folgenden Inhalt besser einordnen kannst!</p>
<p>Schildkröten gelten in vielen Kulturen als Symbol für ein langes Leben sowie für Geduld und Weisheit. Manche sehen in ihnen auch ein Symbol für das Vergehen der Zeit an sich. Als ich mit meinen großen Kindern im Sommer in Albanien war, gab es immer großes Hallo, wenn es plötzlich im Gebüsch raschelte und eine Landschildkröte daraus hervorkrabbelte – meistens zielstrebig und unbeirrt auf dem Weg zu einem Ziel, das wohl nur sie selber kannte.</p>
<p>Aber was verkörpert die Schildkröte als Symbol für Führungsstile oder pädagogische Handlungsmuster?</p>
<p>Wir haben es hier mit einem Wesen tun, das sowohl buchstäblich als auch im übertragenen Sinne in sich zu Hause ist! Während die im vorhergehenden Artikel beschriebenen Statustypen Löwe, Kläffer und Erdmännchen letztlich das Ergebnis unterschiedlicher Formen autoritärer Prägung in der Kindheit sind, stellt Typ Schildkröte gewissermaßen das Entwicklungsziel dar, welchem sich entwicklungsbereite Menschen durch bewusste Selbstreflexion, Training und mutig-spielerisches Experimentieren immer mehr anverwandeln können.</p>
<p>Aus Sicht der von <a href="https://www.maikeplath.de/">Maike Plath </a>entwickelten Status-Typologie steht die Schildkröte für inneren Hochstatus in Kombination mit äußerem Tiefstatus. Innerer Hochstatus deshalb, weil sie …</p>
<ul>
<li>sich und ihre Grenzen gut kennt und sie mit ihrem eigenen Gefühlsleben vertraut ist.</li>
<li>die Höhen und Tiefen des Lebens prinzipiell als wertvolle Lernerfahrungen sehen kann.</li>
<li>dadurch letztendlich einen gesunden Selbstwert sowie ein bemerkenswertes Gefühl für Integrität entwickeln konnte.</li>
</ul>
<p>Auch der Löwe als Statustyp, wenn du dich erinnerst, nimmt inneren Hochstatus ein &#8211; im Unterschied zur Schildkröte jedoch auf eine oberflächlichere Art und Weise: Er ist einfach überzeugt von seinen Fähigkeiten und seiner Macht und findet sich supertoll &#8211; was jedoch nicht unbedingt heißt, dass er sich gut reflektieren kann und mit seinem eigenen Innenleben vertraut ist.</p>
<p>Aber was hat es mit &#8222;nach außen tief&#8220; auf sich?</p>
<p>Auch Statustyp Erdmännchen praktiziert äußeren Tiefstatus und Konflikt vermeidendes Verhalten – allerdings infolge von Konditionierung im Sinne einer kindlichen Überlebensstrategie – oder drastisch ausgedrückt: als eine Art Zwangsreaktion, getrieben von Angst vor Eskalation, Beziehungsabbruch oder sozialer Ausgrenzung. Typ Schildkröte entscheidet sich für Tiefstatus und Deeskalation &#8211; nicht weil sie es muss, sondern weil sie es kann!</p>
<p>Soll heißen: Sie kann, wenn es darauf ankommt, auch anders.</p>
<p>Z.B. kann es in der Begegnung mit Typ Löwe notwendig werden, ganz klar Grenzen zu setzen oder gar auf eine durchaus aggressive Form der Selbstbehauptung zurückzugreifen – um am Ende überhaupt wahr- bzw. ernst genommen zu werden! Diesen Aspekt berücksichtigend, müsste es bei Typ Schildkröte genau genommen heißen: außen tief zu 90 %, d.h. in circa 90 % der Fälle &#8211; abhängig jeweils von der konkreten Situation.</p>
<p>Vielleicht wird an dieser Stelle deutlich, was das &#8222;außen tief&#8220; der Schildkröte in der Konsequenz bedeutet: Um sich für deeskalierendes Agieren im Tiefstatus frei entscheiden zu können, anstatt aus einem in der Kindheit erlernten Handlungsmuster heraus zu reagieren, kann es ziemlich hilfreich sein, wenn Mensch die gesamte Skala zwischen Anpassung und Selbstbehauptung kennt und bespielen kann!</p>
<p>Die Betonung liegt dabei auf &#8222;spielen&#8220;.</p>
<p>Das führt mich zur Veto-Weiterbildung, welche ich im vergangenen Jahr durchlaufen durfte. Diese Erfahrung beeinflusst meine Seminare, Kreisdialoge, Coachings und natürlich auch meinen persönlichen Alltag in der Weise, dass Qualitäten wie Eigenverantwortung, Würde und Integrität mittlerweile einen spürbar höheren Stellenwert innehaben.</p>
<p>Im ersten Modul ging es darum, mit Methoden aus der Biografiearbeit meine eigene autoritäre Prägung genauer zu erkunden und zu verstehen, wie diese meine heutigen Verhaltensmuster bestimmen &#8211; und welchen Preis das mich und meine lieben Mitmenschen mitunter kostet. In der in Modul 2 daran anschließenden, weitgehend theatralen Auseinandersetzung mit Hoch- und Tiefstatus sowie den Kollegen Löwe/Kläffer/Erdmänchen wurde es extrem spielerisch …</p>
<p>… und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen:</p>
<p>Wenn ich diese Konditionierungen bei mir und anderen erkenne, kann ich bewusst auch einen ganz anderen Status einnehmen, kann ich bewusst bestimmte Punkte auf allerhand Skalen einnehmen &#8211; bspw. zwischen „totaler Anpassung“ und „wütend alles abfackeln“ &#8211; oder zwischen „mich ängstlich tot stellen“ und „ich drehe vor Publikum mal so richtig auf“. Der Clou dabei: Den nervigen, immer wiederkehrenden und immer wieder sich selbst reproduzierenden Interaktionsmustern innerhalb meines Alltags mal einen ganz neuen Drive geben!</p>
<p>Fetzt, oder? Birgt jedoch auch Herausforderungen, weil mitunter tiefer gelegte &#8211; wollt´sagen tiefer liegende Ängste und andere starke Emotionen getriggert werden können!</p>
<p>Deshalb ging es im Modul 3 um „Schattenarbeit“:</p>
<ul>
<li>Was genau stört mich eigentlich an Verhaltensweisen spezieller Zeitgenoss:innen?</li>
<li>Warum werden da Emotionen in einem Maße angetriggert, welches irgendwie in keinem angemessenen Verhältnis mit dem betreffenden Verhalten zu stehen scheint?</li>
<li>Und: Was würde passieren, wenn ich mir, sagen wir mal, 5-10 % davon probehalber zu eigen machen würde?</li>
</ul>
<p>Das Schöne an diesem eigentlich ziemlich in die Tiefe führenden Modul war, dass wir eben nicht den größten Teil der Zeit im Kreis saßen und redeten, sondern uns spielerisch auf all die reizenden Charaktere stürzten, die uns triggern &#8211; und exzessiv und lustvoll in ihren Eigenschaften und Allüren „badeten“!</p>
<p>Danach biste geheilt, eh!</p>
<p>Modul 4 nahm nochmal explizit Konflikte in den Fokus: Alle Statustypen, alle Skalen einfach mal durchspielen anhand von Situationen, die im Alltag SO SEHR wehtun können – und immer öfter mal den Schildkrötenstyle erproben. Letzerer wurde im fünften und letzten Modul dann nochmal richtig zelebriert.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-2262 size-large" src="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Schildkroete-01-1024x1024.jpg" alt="" width="1024" height="1024" srcset="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Schildkroete-01-1024x1024.jpg 1024w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Schildkroete-01-980x980.jpg 980w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Schildkroete-01-480x480.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-2261 size-large" src="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Zertifikat-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Zertifikat-768x1024.jpg 768w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Zertifikat-480x640.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 768px, 100vw" /></p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
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</div>
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		<title>Mindmovies: Mit deinem Unterbewusstsein ins Kino!</title>
		<link>https://andregoedecke.de/mindmovies-mit-deinem-unterbewusstsein-ins-kino/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Dec 2024 20:37:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Mindmovie]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anfang 2023 &#8211; ich war frisch selbständig und ganz schön in der Sackgasse gelandet &#8211; buchte ich ein Coaching für mehr Sichtbarkeit und Positionierung. Der Coach gab mir gleich beim [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/mindmovies-mit-deinem-unterbewusstsein-ins-kino/">Mindmovies: Mit deinem Unterbewusstsein ins Kino!</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
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<p>Anfang 2023 &#8211; ich war frisch selbständig und ganz schön in der Sackgasse gelandet &#8211; buchte ich ein Coaching für mehr Sichtbarkeit und Positionierung. Der Coach gab mir gleich beim ersten Treffen die Aufgabe, ein Mindmovie zu erstellen &#8211; d.h. Affirmationen zu formulieren, diese in die Slides einer Fotoshow einzufügen und mit Musik zu hinterlegen.</p>
<p>Etwas skeptisch machte ich mich ans Werk &#8211; und siehe: Inmitten einer frustrierenden Situation, wo irgendwie nichts vorwärtszugehen schien, tat ich etwas, das nicht nur Spaß machte, sondern auch meine Stimmung insgesamt merklich aufhellte! Nachdem ich es mir zur Gewohnheit gemacht hatte, das so entstandene Video jeden Morgen bewusst anzuschauen, staunte ich nicht schlecht darüber, dass sich in der Folge plötzlich bemerkenswert positive Dinge ereigneten und mein Business peu a peu Fahrt aufnahm.</p>
<p>Natürlich trugen, ganz objektiv gesehen, am Ende in der Hauptsache andere, handfestere Stellschrauben dazu bei. Aber Mindmovies wirken auf das Unterbewusstsein ein &#8211; und das ist nun mal von großer Bedeutung, wenn es darum geht, ein Ziel oder eine Vision zu realisieren: Spielt das machtvolle Unterbewusstsein nicht mit, sind selbst die attraktivsten,  vernünftigsten und praktikabelsten Vorsätze für die Katz! Je nach Typ und persönlichem Geschmack liebt das Unterbewusstsein dabei schöne, bewegende und emotional gefärbte Bilder sowie Musik. Hollywood funktioniert so, und dasselbe Prinzip wird auch von der heutzutage allgegenwärtigen Werbeindustrie verwendet, um auf einer subtil-emotionalen Ebene Kaufentscheidungen zu stimulieren.</p>
<p>Warum also nicht ein hochwirksames Prinzip für sich persönlich und im Sinne einer guten Sache nutzen?</p>
<p>Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich mich beim Thema Mindmovie nicht auf die gleichnamige Internetplattform beziehe: Mithillfe einer kostenlosen Foto- und Videodatenbank sowie einem einfachen Video-Editor kann jede:r munter Mindmovies erstellen, ohne extra ein Abo dafür abschließen zu müssen! Ich selbst nutze Canva dafür &#8211; damit erstelle ich zu allen möglichen Themen, die mich gerade umtreiben, Mindmovies. Hin und wieder kreiere ich auch zusammen mit Coachingklient:innen Mindmovies mit Blick auf das jeweilige Entwicklungsziel. Mittlerweile verfüge ich über etwas Routine darin, sodass ich i.d.R. nicht länger als 20 Minuten für einen Clip benötige.</p>
<p>Im folgenden Video habe ich mal eine Kostprobe erstellt &#8211; sie ist gleichzeitig mein ermutigender Neujahrsgruß an dich! Ich wünsche dir einen guten Rutsch und einen erfolgreichen Start ins Neue Jahr &#8211; und sieh zu, dass am Filmset deines Lebens dir nichts und niemand den Regiestuhl streitig macht!</p>
<p><a href="https://www.canva.com/design/DAGanR1qWAs/VBKRvf4jqgIq8rmdn66M4g/watch?utm_content=DAGanR1qWAs&amp;utm_campaign=designshare&amp;utm_medium=link2&amp;utm_source=uniquelinks&amp;utlId=hba1b7959b1"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-2268 size-medium" src="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Screenshot-451-300x162.png" alt="" width="300" height="162" /></a></p>
<p><a href="https://www.canva.com/design/DAGanR1qWAs/VBKRvf4jqgIq8rmdn66M4g/watch?utm_content=DAGanR1qWAs&amp;utm_campaign=designshare&amp;utm_medium=link2&amp;utm_source=uniquelinks&amp;utlId=hba1b7959b1">Link zum Video</a></p>
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		<title>Öfter mal Veto machen! Mein vorläufiges Fazit zur Jahresweiterbildung bei Maike Plath</title>
		<link>https://andregoedecke.de/oefter-mal-veto-machen-mein-vorlaeufiges-fazit-zur-jahresweiterbildung-bei-maike-plath/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Oct 2024 04:52:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Autoritäre Prägung]]></category>
		<category><![CDATA[Maike Plath]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Vetoprinzip]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem Beginn meiner Weiterbildung zum Veto-Konzept nach Maike Plath verwende ich diese quietschgelbe Karte in meinen Seminaren, Supervisionen und ALLE WETTER Kreisgesprächen! Gleich zu Beginn lege ich sie in [&#8230;]</p>
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<p>Seit dem Beginn meiner Weiterbildung zum Veto-Konzept nach Maike Plath verwende ich diese quietschgelbe Karte in meinen Seminaren, Supervisionen und ALLE WETTER Kreisgesprächen! Gleich zu Beginn lege ich sie in die Kreismitte und erläutere, was es damit auf sich hat. Dafür braucht es i.d.R. nur zwei bis drei Sätze, weil die Sache geradezu selbsterklärend ist &#8211; was oft auch mit einem zufriedenen Nicken oder Lächeln quittiert wird:</p>
<p><em>Niemand muss hier irgendwas. Punkt</em></p>
<p>Alles Mitmachen, Mitspielen, Beitragen, Sich-äußern, Sich-einlassen, Sich-zum-Obst-machen darf aus Neugier, Lernlust, Spielfreude oder einem echten Kooperationsimpuls heraus erfolgen! Andernfalls kann jede:r Veto einlegen, anstatt entgegen der eigenen inneren Stimme etwas mitzumachen – sei es aus Anpassungsdruck, Furcht vor Missbilligung oder weil „es sich so gehört“.</p>
<p>Es entsteht ein Raum, in dem jederzeit Veto gegeben werden kann – und in dem Veto bedingungslos akzeptiert wird. So können Menschen in einem geführten Setting wie einem Seminar oder einem Teamcoaching ihre Integrität wahren und werden nicht wider Willen zu Tätern oder Opfern. Nervigen Machtspielchen, entfremdender Unterordnung oder schmerzhaften Grenzüberschreitungen wird der Nährboden entzogen.</p>
<p>Dieses Prinzip entlastet mich als Seminarleiter oder Prozessbegleiter – denn wenn sichergestellt ist, dass jede:r der Teilnehmenden Veto einlegen kann, muss ich mir nicht permanent den Kopf darüber zerbrechen, ob ich sie z.B. gerade über- oder unterfordere. Ich kann unbeschwerter und intuitiver agieren, weil ich einen guten Teil der Führungsverantwortung vertrauensvoll an die Gruppe übergeben habe.</p>
<p><em>Aber sollte das nicht eigentlich selbstverständlich sein?</em></p>
<p>Ja, in einer idealen Welt vielleicht! Z.B. legen Kinder und Jugendliche in der Schule ja mehr oder weniger oft Veto ein – mit der Folge, dass sie es (zumindest noch an den meisten Schulen) mit einem beeindruckenden Arsenal von Maßnahmen zu tun bekommen: vom ausgeklügelten Bewertungs- und Punktesystem über Lob, Tadel, sich steigernder Schimpf-Lautstärke und Sanktionen bis hin zum Schulverweis: Machst du Veto, kriegst du Ärger!</p>
<p>Nun haben die meisten heutigen Erwachsenen im Laufe ihres Aufwachsens solche Erfahrungen gemacht. Die Summe all dieser Erfahrungen schlägt sich nieder in einer autoritären Prägung, die bestimmte, mehr oder weniger unbewusste Verhaltensmuster nach sich zieht. Diese finden sich u.a. auf einer Skala zwischen totaler Anpassung und totaler Rebellion wieder.</p>
<p>Nicht, dass Anpassung oder Rebellion und alle Stufen dazwischen per se ungeeignete Strategien wären &#8211; das hängt schließlich immer von der Situation ab! Problematisch wird es halt dann, wenn solche Verhaltensmuster in einer Gruppe oder Organisation wichtige Qualitäten blockieren: Ehrlichkeit, authentische Begegnung, klare Kommunikation, Empathie, Kooperation, Konfliktlösung, gemeinsames Erreichen von Zielen, Weiterentwicklung oder einfach nur Lebendigkeit und Spontaneität</p>
<p><em>Ein konkretes Beispiel? Gerne!</em></p>
<p>Ich bin durch meine berufliche Tätigkeit vor allem im schulischen Bereich unterwegs – und mir begegnet dort in den letzten Jahren immer öfter eine Haltung, die ich mit dem Begriff „Funktionier- und Überlebensmodus“ beschreiben würde: Zwar gibt es bei den betreffenden Pädagog:innen oft ein Bewusstsein dafür, dass das Bildungssystem mit Blick auf originäre kindliche Bedürfnisse, Kinderrechte, Bildungsgerechtigkeit, Gesundheit der Angestellten usw. aktuell meist nicht liefert. Dennoch wird der &#8222;weiße Elefant im Raum&#8220; nicht thematisiert, weil die Aussicht auf (am Ende selbst anzustoßende) Veränderungen nun mal Angst macht – Angst oft in Verbindung mit dem Gefühl von Ohnmacht. Diese Mixtur wiederum fühlt sich oft so schrecklich an, dass dieser Status quo weiter in Kauf genommen wird – bietet er doch immerhin eine Art von Sicherheit und Kontinuität.</p>
<p>Von außen betrachtet erscheint das vielleicht erstmal als ein schwer zu ertragender Zustand voller innerer Konflikte, unterdrückter Wut und trauriger Momente! Dennoch ist er für viele von uns ertragbar, weil uns diese Art des Ertragens aus der Kindheit vertraut ist und weil uns damals angesichts autoritärer Strukturen nichts anderes übrig blieb, als sie „einzuüben“ – Funktionier- und Überlebensmodus halt.</p>
<p>Heute zahlen i.d.R. alle Beteiligten einen hohen Preis dafür. Wenn bspw. immer mehr Lehrkräfte sich nur noch über ihre Rolle als „Lernstoffvermittler:in“ definieren, um sich nicht mit den wirklich brennenden Themen unserer Zeit/unserer Kinder auseinanderzusetzen, werden (bzw. bleiben) unsere Schulen eine Art von Lernfabrik, wo die Erwachsenen in besagtem Modus am Ende nur noch wie Zombies durch die Gänge kamuffeln. Was macht das auf Dauer mit den Kindern und Jugendlichen?</p>
<p><em>Ich bin weit davon entfernt, das Veto-Prinzip als „elegante Lösung“ anzupreisen.</em></p>
<p>Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Ansatz legen nahe: Wenn wir die Idee dahinter wirklich ernst nehmen, warten einige interessante Herausforderungen und Abenteuer auf uns, z.B.:</p>
<ul>
<li>uns auseinandersetzen mit unserer eigenen autoritären Prägung und den daraus erwachsenen heutigen problematischen Verhaltensmustern</li>
<li>mutig und ver-rückt werden, um uns neue und unerprobte Strategien anzuverwandeln</li>
<li>mit dem Veto, das uns entgegengeschleudert wird, umgehen können, d.h. in Situationen, wo unsere bisherigen Methoden und Lösungsansätze nicht auf die erhoffte Resonanz stoßen, auf autoritäre oder manipulative Strategien zu verzichten</li>
<li>uns im Ertragen von Ungewissheit üben und eine positive Vorstellungskraft entwickeln &#8211; mit Blick auf nicht vorhersagbare Entwicklungen in Gruppensituationen oder pädagogischen Settings</li>
<li>während all das passiert, mit den eigenen Gefühlen sein und prozessieren können (und ggf. auch mit denen der anderen Beteiligten)</li>
</ul>
<p><em>Puh, klingt mal eben nicht so locker-easy wie am Anfang des Artikels beschrieben, oder?</em></p>
<p>Aber ich glaube, es lohnt sich, wenn wir mal durch den ganzen Kakao hindurchgehen und alle möglichen Schablonen und Glaubenssätze, die uns im „Land des inneren Gehorsams“ (Maike Plath) gefangenhalten, loslassen: Wir können dann ein Maß an Selbstwirksamkeit, Gelassenheit und vielleicht sogar Weisheit entwickeln, das uns dabei hilft, endlich besser mit Vielfalt klarzukommen &#8211; und die nötige Superpower für die solidarische Bewältigung künftiger Krisen zu erzeugen.</p>
<p>Übrigens ist die gelbe Veto-Karte nur einer von insgesamt sieben demokratischen Führungsjokern. Wobei Führung hier nicht nur im Sinne von Teamleitung oder Management gemeint ist, sondern auch von pädagogischem Handeln oder von Selbstführung. Aber darauf werde ich in meinen kommenden Artikeln gerne nochmal genauer eingehen. Im Moment habe ich noch genug damit zu tun, zu verstehen, was Veto ist und was es für mich und mein Sein und Tun bedeutet.</p>
<p><em>Bleib bis dahin neugierig und leg in deinem Alltag einfach öfter mal Veto ein!</em></p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-2304 size-full" src="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/veto01.webp" alt="" width="1000" height="750" srcset="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/veto01.webp 1000w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/veto01-980x735.webp 980w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/veto01-480x360.webp 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1000px, 100vw" /></p>
<p>Die sieben demokratischen Führungsjoker</p>
<p>PS: Das Veto-Institut gibt monatlich Info-Zooms. Alle Informationen findest du auf den <a href="https://vetoinstitut.de/">Seiten des Veto-Institutes</a>.</p>
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		<title>Offener Dialograum für Pädagog:innen in der Lernwerkstatt Erziehungswissenschaften</title>
		<link>https://andregoedecke.de/offener-dialograum-fuer-paedagoginnen-in-der-lernwerkstatt-erziehungswissenschaften/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Sep 2024 05:05:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Dialog & Dialogische Haltung]]></category>
		<category><![CDATA[Hort]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendhilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Schulsozialarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Situation in Schule und Jugendhilfe ruft nach Haltungswandel und mutigen Reformen. Oft fehlt es jedoch an konkreten Schritten: Krisenmodus, Überlastung und überkommene autoritäre Strukturen scheinen vielerorts das „neue Normal“ [&#8230;]</p>
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<p>Die Situation in Schule und Jugendhilfe ruft nach Haltungswandel und mutigen Reformen. Oft fehlt es jedoch an konkreten Schritten: Krisenmodus, Überlastung und überkommene autoritäre Strukturen scheinen vielerorts das „neue Normal“ zu bilden. Der Offene Dialograum lädt dazu ein, über all das ins Gespräch zu kommen:</p>
<ul>
<li>Was erlebst du in deinem Berufs- oder Studienalltag – und wo wünschst du dir Veränderung?</li>
<li>Worauf hast du unter den gegebenen Umständen Einfluss und worauf nicht?</li>
<li>Was könnte dir helfen dranzubleiben und immer klarer und wirksamer zu werden?</li>
</ul>
<p>Lass uns in Austausch treten, uns gegenseitig ermutigen und praktisch unterstützen! Als erfahrener Dialogbegleiter sorge ich die ersten Male für Struktur und unterstütze den Austausch mit Fragen, Impulsen und Moderation.</p>
<p><strong>Organisatorisches</strong></p>
<p>Zeit: Jeden zweiten Montag im Monat von 20 bis 22:00 Uhr.</p>
<p>Beginn: 14. Oktober 2024. Weitere Termine: 11.11.2024 | 9.12.2024 | 13.1.2025</p>
<p>Ort: Lernwerkstatt Erziehungswissenschaften, Franckeplatz 1, Haus 31, Halle (Saale)</p>
<p>Moderation: André Gödecke</p>
<p>Kosten: Keine</p>
<p>Kontakt: buero@andregoedecke.de | lernwerkstatt@paedagogik.uni-halle.de</p>
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		<title>Wie reagierst du auf Veränderung?</title>
		<link>https://andregoedecke.de/wie-reagierst-du-auf-veraenderung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Mar 2023 21:25:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vielleichst stellst du dir angesichts der weltpolitischen Lage auch manchmal die Frage &#8222;Worum geht es hier eigentlich?&#8220; Nun bin ich leider nicht in der Position, mit Antworten um mich zu [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vielleichst stellst du dir angesichts der weltpolitischen Lage auch manchmal die Frage &#8222;Worum geht es hier eigentlich?&#8220; Nun bin ich leider nicht in der Position, mit Antworten um mich zu werfen, aber du bekommst hier ein paar weiterführende Fragen. Falls du als Pädagog:in arbeitst, erhältst zum Schluss eine ganz konkrete Einladung.</strong></p>
<p>Wie sehr sehnte ich während der bleiernen Merkel-Jahre nach Veränderung im Land! Kaum zu fassen der Stillstand in Sachen Klimarettung, Energiewende und Bildungspolitik – kaum zu ertragen das ewige Vertagen und Aussitzen notwendiger Reformen.</p>
<p>Frage: Was bewirkt Ungeduld in dir?</p>
<p>Nun rollt die Kugel – angestoßen weniger durch vorausschauende Politik, denn durch Kaskaden von Ereignissen, die wohl irgendwann eintreten mussten, nachdem so lange vertagt und ausgesessen wurde. Da habe ich nun meine Veränderung &#8211; leider nur hat mir niemand gesagt, dass sie SO aussehen wird. Nie im Leben hätte ich für möglich gehalten, was nach dem Ende der lethargischen GroKo und der denkbar knappen Abwendung einer zweiten Trump-Ära passieren sollte: Der alte, irrtümlich totgeglaubte sowjetische Geist zieht tatsächlich diese Lord-Voldemort-Nummer durch und erhebt in Gestalt des kleinen Mannes aus dem Kreml nochmal sein ramponiertes Haupt!</p>
<p>Frühe Indoktrinierung, alberne Pionierkleidung und „vormilitärische Ausbildung“ waren für mich zuletzt nur noch ferne, surreale Kindheitserinnerungen. Es fühlte sich gut und selbstverständlich an, zu wissen, dass meine Kinder niemals den Demütigungen und Zerreißproben eines autoritären Schrottsystems ausgesetzt sein würden. Nur wenige Zugstunden von hier entfernt ist diese bedrückende Möglichkeit nun für Millionen von Menschen plötzlich wieder bedrohlich real geworden.</p>
<p>Frage: Wie verarbeitest Du all die aufwühlenden Entwicklungen der letzten Monate?</p>
<p>Während dort mehr als tausend Schulen in Trümmern liegen, versuche ich in meiner Arbeit dazu beizutragen, die (mehr oder weniger) intakten Schulen hier zu einem freundlicheren Ort zu machen: mit lösungsorientierten Kreisgesprächen bzw. dem Training jener Fähigkeiten, die es braucht, um als Erwachsene:r solche Runden kompetent zu begleiten. Haha, das kommt mir manchmal wirklich komisch vor: Je monströser und verfahrener die Situation da draußen, desto emsiger feile ich an diesem Hey-lass-uns-reden-Ding! Jeden einzelnen Morgen entscheide ich mich dafür und wähle, darin einen Sinn zu sehen. Es ist eine Wette auf die Zukunft &#8211; eine Zukunft in der Dialog- und Konfliktfähigkeit wieder eine größere Rolle spielen werden.</p>
<p>Was den Wandel im pädagogischen Feld betrifft, habe ich immer wieder den Eindruck, er ist inzwischen unaufhaltbar und geradezu mit Händen zu greifen – und ist dennoch paradoxerweise vielerorts einfach nicht in Sicht! Vielmehr scheinen Krisenmodus, Mangel und Überlastung immer mehr das „neue Normal“ zu bilden.</p>
<p>Frage: Wie erlebst du – ob nun pädagogisch tätig oder nicht – deinen Berufsalltag? Wie erleben dich die, mit denen du in deiner Arbeit zu tun hast?</p>
<p>Ich glaube, es war noch nie so wichtig und hilfreich, zu solchen und anderen Fragen miteinander ins Gespräch zu kommen! Speziell für Pädagog:innen biete ich deshalb ab Mitte März den Offenen Dialograum an.<br />
Es kann guttun, in einem vertrauensvollen Rahmen über das zu reden, was ist. Es kann gut tun, zu realisieren, nicht die einzige Person auf der Welt zu sein, die gerade durch diesen ganzen anstrengenden Kakao watet. Ich lade dich dazu ein, gemeinsam mit anderen herauszufinden, wo sich inmitten all der Zumutungen dein &#8222;Beet&#8220; befindet, auf das du Einfluss hast und das von dir beackert werden möchte.</p>
<p>Frage: Wo und wann verspürst du Freude in deiner Arbeit?</p>
<p>Wir können uns auf diesem Weg gegenseitig ermutigen und praktisch unterstützen – und auf diese Weise mitweben am Netzwerk für den Wandel im pädagogischen Feld.<br />
Meine Aufgabe ist es, für einladende Atmosphäre, Struktur und sicheren Rahmen zu sorgen. Als erfahrener Dialogbegleiter unterstütze ich den Prozess mit guten Fragen und inspirierenden Impulsen. Ich sorge dafür, das sich echtes Zuhören und Sprechen von Herzen entfalten, und dass alle Gedanken, Erfahrungen und Ideen Raum bekommen, ohne gleich Bewertungen oder ungebetenen Ratschlägen ausgesetzt zu sein.</p>
<p>Frage: Wer sind die Menschen, in deren Gegenwart du dich wirklich gesehen und bestärkt fühlst?</p>
<p>Der Offene Dialograum für Pädagog:innen findet in der Regel Montagabend aller vier Wochen statt.</p>
<p>Erstes Treffen: 20. März 2023 (dann 17.4., 15.5. und 19.6.)</p>
<p>Zeit: 19:30 &#8211; 21:30 Uhr.</p>
<p>Ort: Coaching-Praxis Oliver Gerth, Rosenstraße 2 in Halle.</p>
<p>Teilnahmebeitrag: 15,00 Euro pro Abend</p>
<p>Weitere Infos: https://gfk.andregoedecke.de/event/offener-dialograum-fuer-paedagoginnen/</p>
<p>Foto: Michael Gaida from Pixabay</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Spiral Dynamics &#8211; Die Ebenen des Bewusstseins</title>
		<link>https://andregoedecke.de/spiral-dynamics-die-ebenen-des-bewusstseins/</link>
					<comments>https://andregoedecke.de/spiral-dynamics-die-ebenen-des-bewusstseins/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Nov 2022 20:04:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Führung & Führungsstile]]></category>
		<category><![CDATA[Spiral dynamics]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Konzept der Spiral Dynamics begegnete mir in meiner Coaching-Ausbildung und hat mich so fasziniert, dass ich gleich zwei dicke Bücher am Stück dazu verschlang. Die Beschäftigung mit dem Modell [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/spiral-dynamics-die-ebenen-des-bewusstseins/">Spiral Dynamics &#8211; Die Ebenen des Bewusstseins</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Konzept der Spiral Dynamics begegnete mir in meiner Coaching-Ausbildung und hat mich so fasziniert, dass ich gleich zwei dicke Bücher am Stück dazu verschlang. Die Beschäftigung mit dem Modell kann dir dabei helfen, Werte-Differenzen mit Abstand zu betrachten und dich nicht zu schnell in &#8222;vorprogrammierte&#8220; Konflikte verwickeln zu lassen. Du erfährst etwas über die dem Modell zugrundeliegende Idee und ich stelle dir die Ebenen des Bewusstseins vor. Zum Schluss teile ich noch ein paar persönliche Gedanken dazu.</strong></p>
<h5><strong>Was ist Spiral Dynamics?</strong></h5>
<p>Spiral Dynamics geht zurück auf die Forschungsarbeit von Clare Graves: Es handelt sich um den Versuch, alle damals (um die Mitte des 20. Jahrhunderts) bekannten psychologischen Entwicklungstheorien in ein einziges, konzeptübergreifendes System zu integrieren. Das Ergebnis war ein Modell, welches in den Entwicklungsstufen des menschlichen Bewusstseins immer eine Antwort auf bestimmte, jeweils existenzielle Probleme in der (sozialen) Lebenswelt sieht. Diese Stufen, auch „Memes“ genannt, enthalten jeweils ein Bündel von typischen Werten, Normen, Denkweisen, Symbolen, Artefakten und kulturellen Ausdrucksformen, welche sich wie in einem Magnetfeld um das jeweilige existenzielle Grundthema der Stufe sammeln. Gerät die Meme-Wirklichkeit in Konflikt mit sich verändernden Lebensbedingungen, bildet sich ein neues Meme mit neuen Lösungen und Potenzialen heraus. Alle darunter liegenden Meme bleiben jedoch als permanent vorhandene Ressourcen bestehen.</p>
<p>Diese Entwicklung verläuft zum einen als Pendelbewegung zwischen Ich- und Wir-bezogenen Polen und zum anderen als Wachstumsbewegung, was dann in der Konsequenz diese dynamische Spiralform zwischen aufeinander aufbauenden Bewusstseinsstufen ergibt. Das Konzept besitzt einen hohen Erklärungswert sowohl für die individuelle Persönlichkeitsentwicklung, als auch für gesellschaftliche Prozesse. Die Theorie erfuhr später noch Weiterentwicklung durch Ken Wilber und Don Beck. Beck versah die Bewusstseinsstufen mit &#8211; aus seiner Sicht &#8211; dazu passenden Farben, was am Ende wohl auch zur Popularität von Spiral Dynamics beitrug.</p>
<h3>Die Ebenen des Bewusstseins</h3>
<p><strong>First Tier (Erste Ordnung)</strong></p>
<p><span class="bg-color-secondary1">Stufe 1 – BEIGE</span>: Hier geht es um existenzielle Bedürfnisse wie Nahrung, Wärme und Fortpflanzung – und immer wieder auch ums pure Überleben. Anzutreffen ist diese Bewusstseinsebene bspw. bei Babys, bei Mutter und Kind während der Geburt, aber auch bei Betroffenen von Katastrophen oder bei Menschen, die im Sterben liegen.</p>
<p>Stufe 2 – PURPUR: Das Überleben wird hier in erster Linie durch Zugehörigkeit zur Familie, zum Clan, zum Familienunternehmen usw. sichergestellt. Rituale, Magie und der Glaube an Geister, Dämonen und beseelte Natur sind von großer Bedeutung, weil es für Naturphänomene, Wetterkapriolen oder bestimmte Schicksalswendungen keine rationalen Erklärungen gibt. Magische Gegenstände wie Talismane, Amulette, Reliquien, Pokale, Kleidung bestimmter PURPURNER Marken usw. spielen eine große Rolle</p>
<p>Stufe 3 – ROT: Auf dieser Ebene findet ein Ausbruch aus zu eng gewordenen, purpurnen Strukturen statt – angetrieben durch das Bedürfnis, Grenzen zu überschreiten, unbekanntes Terrain zu erobern und die eigenen Interessen durchzusetzen, koste es was es wolle. Rohe Gewalt, „heiliger Zorn“, Waffen und ROTE Kriegslist bilden die Mittel, um sich in einer rauen Umgebung voller (potenzieller) Feinde zu behaupten. Kutten, Trophäen, Luxusuhren, Sportwagen usw. symbolisieren Zugehörigkeiten und Status innerhalb der Hackordnung.</p>
<p>Stufe 4 – BLAU: Diese (neben ORANGE und GRÜN) aktuell gesellschaftsprägende Bewusstseinsebene, ergibt sich geradezu zwangsläufig als Reaktion auf die anomischen Zustände der vorhergehenden Stufe: Dem ROTEN Chaos wird ein strenger Kodex entgegengesetzt, welcher meist in einem BLAUEN Buch, einer Verordnung oder auch in einem Set ungeschriebener Gesetze enthalten ist. Wenn alle sich an die „heilige Ordnung“ und deren Regeln halten, steht dem Erreichen des Paradieses und dem Ewigen Frieden nichts mehr im Wege! Abweichendes Verhalten ist prinzipiell nicht vorgesehen und wird im Fall der Fälle unerbittlich geahndet. Uniformen, Rangfolgen, Regelwerke, Organigramme usw. strukturieren die Welt von BLAU.</p>
<p>Stufe 5 – ORANGE: Während PURPUR und BLAU das WIR betonen, bestimmt bei ORANGE wieder ein starker Ich-Impuls das Geschehen: Aufklärung, wissenschaftlich-technischer Fortschritt und der Ruf nach geistiger Freiheit begleiten die Emanzipation aus erstarrten BLAUEN Strukturen. Real und wahr ist das, was gemessen und wissenschaftlich nachgewiesen werden kann. Qualitäten wie emotionale Intelligenz oder Intuition werden gerne als irrational und „nicht zielführend“ abgetan. Die extreme Ausprägung ORANGENER Bestrebungen geht jedoch mit knallhartem Profitstreben und mit lebensbedrohlicher Ressourcenausbeutung einher. Orange wartet gern mit teuren Statussymbolen wie SUVs, Luxusreisen oder Designermode auf, um vor allem weltlichen Erfolg herauszustellen.</p>
<p>Stufe 6 – GRÜN: Frustriert von den Zumutungen BLAUER und ORANGENER Schattenseiten erklimmen mittlerweile immer mehr Menschen die GRÜNE Ebene: Empathie, achtsame Verständigung und Gruppenkonsens bilden zusammen mit der Besinnung auf Ökologie und Frieden die Werte dieser Bewusstseinsebene. Hier wird es herzlich und menschenfreundlich, und es dominiert der Anspruch, niemanden auszugrenzen oder zurückzulassen. Aber auch GRÜN kommt in manchen Ausprägungen nicht ganz ohne Schatten daher, was sich z.B. in der pauschalen Ablehnung wissenschaftlich-rationaler Argumente in Verbindung mit Rückgriff auf allerlei PURPURNE Denk- und Handlungsmuster zeigen kann. Auch kann die Normativität in bestimmten GRÜNEN Gruppen mitunter einen ideologischen &#8211; und am Ende gar nicht mehr so toleranten Charakter annehmen. GRÜN manifestiert sich z.B. in Form von Bio-Läden, ökologisch orientierten Gemeinschaften, achtsamen Gesprächskreisen, gewaltfreier Kommunikation, schamanischen Retreats usw.</p>
<p><strong>Second Tier (Zweite Ordnung)</strong></p>
<p>Stufe 7 – GELB: In dieser Bewusstseinsstufe schwingt das Pendel wieder zurück zur Besinnung auf Ich-bezogene Werte: Allzu schräge Vögel oder Individualist:innen fallen plötzlich raus aus GRÜNEN Zusammenhängen und finden sich wieder in der GELBEN Wüste des Versuches, sich neu zu erfinden und die Lego-Steine der Existenz unkonventionell wieder zusammenzubauen. Unkonventionell, kreativ und extrem vernetzt ist auch ihre Herangehensweise an selbstgewählte Projekte und gesellschaftliche Herausforderungen. Das charakteristische Kennzeichen und Novum dieser Stufe besteht in der Fähigkeit, jede der 6 Ebenen der Ersten Ordnung für ihre jeweilige Funktion innerhalb der Gesellschaft aufrichtig würdigen zu können &#8211; und nicht mehr reaktiv auf Ebenen-typisches Verhalten einzugehen. Problematisch wird es, wenn GELB die Bodenhaftung verliert und in Kombination mit Macht und Reichweite seiner Verantwortung für die Belange der Gemeinschaft nicht gerecht wird. Die dingliche Ausstattung auf dieser Stufe ist schwer festzumachen &#8211; lässt sich vielleicht am ehesten mit dem Begriffspaar „smart &amp; minimalistisch“ beschreiben.</p>
<p>Stufe 8 – TÜRKIS: Ab GELB wiederholen sich die Grundmuster der Stufen der Ersten Ordnung, wenn natürlich auch in einer ganz anderen „Liga“. So findet sich in TÜRKIS das auch in PURPUR dominierende Streben nach Schutz durch Gemeinschaft wieder – dieses Mal aber die ganze Menschheit, den ganzen Planeten einbeziehend. Die GELBEN Alleingänge werden überwunden zugunsten gemeinsamer Anstrengungen zur Rettung der Biosphäre und des ökologischen Gleichgewichts. Dies erfordert das Generieren, Ordnen und Bereitstellen von vernetztem Know-how, welches die in der Ersten Ordnung noch bestehende Dualität zwischen Rationalität und Intuition überwindet und eine universellere Ebene von Intelligenz erschließt.</p>
<p>Stufe 9 – KORALLE: Diese Bewusstseinsebene existiert aktuell nur als Postulat und hat sich noch nicht praktisch manifestiert. Da sie dem grenzüberschreitenden ROT innerhalb der Ersten Ordnung entspricht, wird es sich möglicherweise um eine Art Ausfallschritt handeln, der sich aus den (ebenfalls noch nicht bekannten) Grenzerfahrungen innerhalb der TÜRKISEN Stufe ergibt.</p>
<p>Laut Graves gibt es, was die Anzahl der Stufen nach oben betrifft, keine Begrenzung – vorausgesetzt natürlich, wir hören als Menschheit nicht plötzlich auf zu existieren.</p>
<p><strong>Ausharren oder weitergehen?</strong></p>
<p>Besonders spannend finde ich, dass in der persönlichen Entwicklung die Übergänge zwischen den Stufen nicht durch bewusste Intention oder Anstrengung zu bewerkstelligen sind (etwa im Sinne von ORANGENEM „Höher-schneller-weiter“) Vielmehr ändert sich, wenn die Zeit reif dafür ist, ganz unverhofft etwas. Die Welt ist eines Morgens gefühlt eine andere: Manche Zugehörigkeit stimmt plötzlich nicht mehr, neue Fragen und Interessen tauchen auf, und was vorher Begeisterung auslöste, wirkt jetzt irgendwie schal. Kennst du diese Erfahrung?</p>
<p>Zunächst fühlt man sich vielleicht ziemlich &#8222;lost&#8220;, aber irgendwann stellt sich eine Ahnung von ganz neuen Möglichkeiten ein und das Erkunden und Erfüllen der neuen Bewusstseinsstufe nimmt seinen Gang. Oder aber der Gefühlsmix und die neuen Anmutungen wirken so bedrohlich, dass der anstehende Entwicklungschritt ausbleibt und die aktuelle Bewusstseinsebene zum &#8222;Zuhause&#8220; für den Rest des Lebens wird &#8211; mit all den Risiken und Nebenwirkungen, die so ein Verharren und Sich-einrichten so mit sich bringt.</p>
<p>Darüber hinaus bewegt mich die These, dass alle Bewusstseinsebenen ihren Wert und ihre Notwendigkeit haben &#8211; und bitteschön auch vollständig durchlaufen werden sollten! Denn nur so ist letztlich der Zugang zu höheren Ebenen möglich.</p>
<p>Ich selber bin wohl als Jugendlicher in einem Akt hastiger Emanzipation vom engen BLAU meines Elternhauses zu engagiertem und achtsamem GRÜN gesprungen. Das war natürlich folgerichtig und fühlte sich noch viele Jahre später immer wieder wie Nachhausekommen an. Allerdings merke ich heute, dass mir etwas mehr gesundes BLAU, z.B. in Form von Selbstdisziplin, echt guttun würde. Das seinerzeit glattweg übersprungene ORANGE fällt mir auch hin und wieder auf die Füße, wenn es z.B. im Rahmen meiner Selbständigkeit darum geht, auch mal eine gute Portion Geschäftssinn und Selbstbewusstsein in die Waagschale zu werfen.</p>
<p><strong>Spiral Dynamics in Coaching, Mediation &amp; Co.</strong></p>
<p>Das Wissen um die Ebenen des Bewusstseins und ihre jeweilige Bedeutung fürs Ganze kann dabei helfen, die Haltung eines wohlwollenden &#8222;Meme-Besuchers&#8220; einzunehmen: Statt mich mit Vertreter:innen anderer Ebenen immer wieder anzulegen, kann ich mich auf die jeweilige Meme-Kultur und -sprache eingrooven, ohne dabei etwas von meinen eigenen Werten sausen zu lassen oder zu verraten. Ich kann auf jeder Stufe deren Wert und deren Beitrag für gelingendes Miteinander würdigen, kann Menschen in Meme-Übergängen unterstützen oder auch mal provokativ &#8222;Probepackungen&#8220; einer neuen Farbe dort hineinbringen, wo Stagnation herrscht.</p>
<p>Interessant und vielversprechend für die dialogische Praxis ist ein Paradoxon, welches sich mit Spiral Dynamics auftut: Ich erkenne an, dass es Unterschiede im Sinne der Bewusstseinsebenen gibt UND ich hüte mich davor, Leute in Schubladen zu stecken, weil jeder Mensch ein lebendiger Bewusstseinsstrom und lernendes System ist, das immer wieder für Überraschung und kleine Wunder sorgt.</p>
<p>Hier noch ein paar Informationen zu den oben erwähnten Büchern:</p>
<ul>
<li>Spiral Dynamics &#8211; Leadership, Werte und Wandel: Eine Landkarte für Business und Gesellschaft im 21. Jahrhundert (Don Beck, Christopher C. Cowan)</li>
<li>Gott 9.0: Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen wird (Marion Küstenmacher, Tilmann Haberer, Werner Tiki Küstenmacher)</li>
</ul>
<p>Ersteres ist der Klassiker und ist beheimatet in der Welt von Organisationsentwicklung und Management-Coaching: Unbedingt lesenswert, wobei ich Nicht-Businessmenschen empfehle, bei der Lektüre mit Teil 3 („Das Handbuch des Spiralberaters“) zu beginnen.<br />
Wälzer Nr. 2 nähert sich der Spirale aus Sicht christlicher Mystik – ebenfalls lesenswert auch für Heiden wie mich, weil reflexiv, philosophisch fundiert und frei von BLAUER Frömmelei. Und ja: Werner Tiki Küstenmacher ist der Kerl von „Simplify your life“!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/spiral-dynamics-die-ebenen-des-bewusstseins/">Spiral Dynamics &#8211; Die Ebenen des Bewusstseins</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
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		<title>Antrag auf Verlängerung des Monats August</title>
		<link>https://andregoedecke.de/antrag-auf-verlaengerung-des-monats-august/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Sep 2022 19:11:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Dialog & Dialogische Haltung]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie lassen sich Dialog und Gewaltfreie Kommunikation in Zeiten von &#8222;Wutwinter&#8220; umsetzen? Eine Nachlese Jedes Mal im Spätsommer habe ich mich so an die freundlichen Temperaturen und den unbeschwerten Aufenthalt [&#8230;]</p>
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<p><strong>Wie lassen sich Dialog und Gewaltfreie Kommunikation in Zeiten von &#8222;Wutwinter&#8220; umsetzen? Eine Nachlese</strong></p>
<p>Jedes Mal im Spätsommer habe ich mich so an die freundlichen Temperaturen und den unbeschwerten Aufenthalt im Freien gewöhnt, dass es mir scheint, es könnte noch ewig so weitergehen! Erst das tief stehende Licht an den Abenden und die empfindliche Kühle nach Sonnenuntergang lassen diese Illusion platzen wie die grünen Hüllen der Kastanien, wenn sie auf den Asphalt niederprasseln. Leicht fröstelnd ziehe ich mich mit meinen Büchern in das noch sommerwarme Haus zurück &#8211; in Gedanken plötzlich beim „heißen Herbst“ und beim „Wutwinter“, welche uns nun angeblich bevorstehen.</p>
<p>Ich habe mir vorgenommen, mal wieder in jenen Büchern* zu schmökern, welche ich seinerzeit mit heißem Herzen las, weil sie mir ganz neue Wege eröffneten: Menschen besser verstehen, mich ihnen ehrlich mitteilen ohne zu verletzen, Konflikte als Chance für die Beziehung begreifen und die Kunst gemeinsam zu denken! Ich wollte erfahren, wie diese Inhalte jetzt wohl auf mich wirken, nachdem in den dazwischen liegenden Jahren so viel geschehen ist: Flüchtlingskrise, Pegida, Brexit, Trump, Corona-Pandemie, Querdenken-Bewegung, fortschreitender Klimawandel, russischer Angriffskrieg … und damit einhergehend die gesellschaftlichen Folgen eines gewaltigen Stroms von Propaganda und gezielt verbreitetem Unsinn. Steven Bannon, seinerzeit Trumps wichtigster Berater, brachte es in einem Interview ziemlich genau auf den Punkt: &#8222;The real opposition is the media. And the way to deal with them is to flood the zone with shit.&#8220;</p>
<p>So brennt heute in den Trollfabriken spätabends noch das Licht, wird über alle Kanäle hinweg Angst und Wut gesät, werden jene unter Dampf gehalten, die spätestens mit Anfang Corona kopfüber in den Kaninchenbau social-media-generierter Realitätswahrnehmung gefallen sind. Montags erschallen ihre Sprechchöre in den Straßen meiner Stadt. Das ist prinzipiell in Ordnung, weil Ausdruck von Demokratie. Allerdings können es einige von ihnen kaum erwarten, demokratische Institutionen wanken zu sehen, getrieben von ihrer ganz persönlichen Vorstellung von einem Leben in Freiheit: Tür an Tür mit Alice im Wunderland, <a href="https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/sophie-scholl-vergleich-corona-demo-100.html">Jana aus Kassel</a> und diesem halbnackten Capitol-Schamanen.</p>
<p>Wie lassen sich unter der Voraussetzung, dass ich mich von all dem nicht gänzlich abschotte, die Gewaltfreie Kommunikation und die dialogische Haltung umsetzen und leben? Ich erkenne grummelnd an, dass es wohl hilfreicher wäre, möglichst mehr den einzelnen Menschen in den Blick zu nehmen, statt eine Kategorie Kaninchenbau-bewohnender Hobbits aufzumachen und dann ironisch über diese herzuziehen. Entspricht wohl nicht ganz den Maximen in diesen Büchern und soll erfahrungsgemäß auch nicht so viel bewirken &#8230;</p>
<p>Auch erkenne ich grummelnd an, dass an dieser Stelle meine eigene Angst und meine eigene Wut ins Spiel kommen: Liberale Demokratie, Rechtsstaat, freier Diskurs usw. sind mir in jungen Jahren im Zuge der friedlichen Revolution in der DDR weitgehend unverdient in den Schoß gefallen – gekämpft und den Kopf dafür hingehalten haben andere, weswegen ich das viele Jahre lang wohl zu sehr als Selbstverständlichkeit genommen habe. Heute sehe ich erschreckend klar die Fragilität und die Verwundbarkeit dieser Qualitäten. Ich liebe diese Errungenschaften und mir blutet das Herz, wenn so viele Menschen in ihrer Rage nur noch Verachtung und Misstrauen für sie übrig haben!</p>
<p>Als dieses ganze Corona-Verschwörungsblech aufkam und in meine Gespräche und Email-Austausche schwappte, war ich sehr auf Zuhören und Verstehenwollen gepolt. Heute weiß ich, dass dies auch eine weitgehend unbewusste Strategie der Konfliktvermeidung und des Aufrechterhaltens von Harmonie war. Leider ging es halt auf Kosten rückhaltloser Ehrlichkeit: All die Ungeheuerlichkeiten, denen ich nicht verbal entgegentrat, beschäftigten mich oft noch tagelang in Form von stillem Ärger weiter.</p>
<p>Irgendwann platzte mir dann doch mal der Kragen, was sich irgendwie ganz gut anfühlte. Von da an gelang es mir immer besser, die angemessenen Worte zu finden, anstatt immer nur den empathischen Zuhör-Onkel zu geben.</p>
<p>Mein Lernen besteht nach wie vor darin, Balance zu entwickeln: Impulsiv sein, meine eigenen Werte klarkriegen, mit Leidenschaft dafür einstehen &#8211; und dann wieder ganz bewusst innehalten, mich öffnen für die Welt meines Gegenübers, ihn oder sie mit einem milderen Blick betrachten können. Das erinnert an einen Tanz und ist auch gar nicht nicht so weit entfernt von dem was in den Büchern steht. Darüber hinaus kann es von Nutzen sein für all die noch auf uns wartenden Krisen.</p>
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<h2>*Buchtipps</h2>
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<p><strong>Martin Buber: Ich und Du</strong></p>
<p>Der deutsch-jüdische Religionswissenschaftler und Philsosoph Martin Buber (1878-1965) geht in diesem Büchlein unter anderem der Frage nach, was die einzigartige Qualität authentischer Begegnungen ausmacht, welches Potenzial für die Lösung dringender gesellschaftlicher Fragen darin liegt und worauf wir auch in scheinbar ganz alltäglichen Situationen achten können, um der Entfaltung dieser Qualität den Boden zu bereiten.</p>
<p><strong>David Bohm: Der Dialog – Das offene Gespräche am Ende der Diskussionen</strong></p>
<p>Der Physiker David Bohm (1917-1992) widmete sich in der letzten Phase seines Lebens und Schaffens der Frage, wie Verständigung in Gruppen gelingen kann und was entstehen kann, wenn Phänomene wie verbaler Schlagabtausch, Monologisieren und Anderen-Leuten-die-Welt-erklären mehr oder weniger entfallen. Er entwickelte ein Set von Kernfähigkeiten, welche, von allen am Dialog Beteiligten immer wieder geübt und vertieft, zu „frischem“ Denken und der Entfaltung kollektiver Intelligenz zugunsten einer bedrohten Welt führen kann.</p>
<p><strong>Martina, Johannes und Tobias Hartkemeyer: Dialogische Intelligenz – Aus dem Käfig des Gedachten in den Kosmos des gemeinsamen Denkens.</strong></p>
<p>Das Buch enthält die wertvolle Essenz vieler Jahre dialogischer Praxis. Es verbindet die Philosophien Bubers und Bohms miteinander und bezieht weitere Ansätze, wie indigene Traditionen oder Konzepte aus der humanistischen Psychologie mit ein – als Wurzeln einer dialogischen Gesprächskultur, welche ganz sicher über das Potenzial verfügt, das Miteinander in unseren Schulen, Unternehmen, Behörden, Politikbetrieben usw. auf ein neues, menschenfreundlicheres und dem Leben dienendes Level zu heben.</p>
<p><strong>Marshall Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation – Eine Sprache des Lebens</strong></p>
<p>Mittlerweile ein Klassiker und machtvolle Inspirationsquelle für Friedensarbeit in allen gesellschaftlichen Bereichen! Ausgehend von einem Vier-Schritte-Modell zur Transformation von Konflikten entwirft Rosenberg ein System von Aufmerksamkeitspunkten, Unterscheidungen und Kommunikationsempfehlungen, welches Menschen (nicht nur) in herausfordernden Situationen dabei hilft, mit ihrer Selbstliebe, ihrem Mitgefühl und der konstruktiven Power ihres Sprechens und Handelns in Verbindung zu bleiben.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/antrag-auf-verlaengerung-des-monats-august/">Antrag auf Verlängerung des Monats August</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
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		<title>Wieder mal gescheiter(t)?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Nov 2016 07:50:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauen ins Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Teilnehmer eines Kurses für angehende Dialogprozessbegleiter war ich zu einer Übung der besonderen Art eingeladen: Die Aufgabe bestand darin, in einer Kleingruppe Fotos von Kindern zu betrachten. (Wir wurden [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als Teilnehmer eines Kurses für angehende Dialogprozessbegleiter war ich zu einer Übung der besonderen Art eingeladen:<br />
Die Aufgabe bestand darin, in einer Kleingruppe Fotos von Kindern zu betrachten. (Wir wurden im Vorfeld des Seminars gebeten, Fotos unserer Kinder, bzw. uns nahestehender Kinder mitzubringen.)<br />
Nacheinander sollten zu jedem Bild Gedanken zu drei Fragen aufgeschrieben werden:</p>
<p>Was sehe ich in diesem Kind?<br />
Was fällt mir dazu ein?<br />
Was bewundere ich an diesem Kind?</p>
<p>Anschließend waren wir aufgefordert, unsere Gedanken der Person, die das jeweilige Bild zur Verfügung gestellt hat, mitzuteilen.</p>
<p>Was war ich verunsichert und aufgeregt! Was, wenn mir zu einem Foto schlichtweg gar nichts einfällt? Was, wenn ich mit meiner Intuition komplett daneben liege?? Und was um Himmelswillen sollte ich mit diesem unscharfen Foto da anfangen???</p>
<p>Da sich die Anderen ohne Not und voller Eifer an die Arbeit machten, sagte ich nichts von all dem, was mir da durch den Kopf schwirrte und versucht erstmal innerlich runterzukommen. Mir wurde klar, dass ich gerade dabei war, mir selbst eine Falle zu stellen und tat gut daran, erst mal nur zu beobachten und offen zu sein für das, was das Beobachtete in mir auslösen würde.</p>
<p>Entgegen aller anfänglichen Verunsicherung meisterte ich diese Übung dann doch mit wachsender Freude und Leichtigkeit – und erhielt selber auch berührende und absolut treffende Rückmeldungen zu dem von mir mitgebrachten Foto. Ich war fasziniert vom Zusammenspiel der in mir ablaufenden Prozesse: dem aufmerksamen Betrachten, dem parallel dazu stattfindenden „Fischen“ nach aufsteigenden Anmutungen und der Suche nach Worten dafür.<br />
Zwischendrin begann ich damit, die Anderen aus meiner Gruppe dabei zu beobachten, wie sie die Fotos anschauten: Manchmal den Kopf etwas schräg haltend, die Augen nicht fokussiert, die eine oder andere verspielte Bewegung ausführend, ein feines Lächeln hin und wieder …<br />
So, dachte ich bei mir, sehen Menschen aus, wenn sie Tagträumen nachgehen – ja, sie träumen die Besonderheiten, Gaben und Möglichkeiten des Kindes auf dem Foto, weil andere Anhaltspunkte und Informationen nun mal nicht zur Verfügung stehen!</p>
<p>Im anschließenden Dialog wurde mir klar, dass diese Fähigkeit des intuitiven, „tagträumenden“ Vorwegnehmens der Möglichkeiten eines Menschen wahrscheinlich etwas sehr Elementares (nicht nur) in der pädagogischen Arbeit darstellt: Im Gegensatz zum allgemein verbreiteten analytischen Blick und der daraus resultierenden Art vermeintlich gesicherten Wissens eröffnet dieser Blick noch einmal einen ganz neuen Raum – einen Raum für Begegnungen mit Überraschungsfaktor, an denen alle Beteiligten wachsen können.</p>
<p>Irgendwann fing ich an, in meinen Beratungen, Coachings und Gruppendialogen mit diesem „unscharfen“ Blick bewusst zu experimentieren, den damit verbundenen Anmutungen in mir Raum zu geben und sie in Worte zu fassen.<br />
Was soll ich sagen – ich gehe immer öfter beschenkt und inspiriert nach Hause und werde Zeuge erstaunlicher Entwicklungen, von denen ich nicht einmal mit Sicherheit sagen kann, auf welche Weise sie nun genau angestoßen wurden – Entwicklungen, die sich planmäßigem Vorgehen entziehen und dennoch höchst wirksam sind.</p>
<p>Mag sein, dass das für die analytisch Orientierten unter Euch gerade etwas zu starker Tobak ist; mag sein, dass der Wert systemischer Vorgehensweisen in diesem Artikel zu kurz kommt. Vielleicht geht es ja darum anzuerkennen, dass wir in hohem Maße aufeinander bezogene Wesen sind – und zwar auf vielen Ebenen, von denen unser praktisches Alltagsbewusstsein nur einen Teil erfasst und nutzt. Aber Menschen mögen es nun mal, auf möglichst vielen Ebenen wahrgenommen und angesprochen zu werden und finden dann vielleicht auch immer mehr Gründe, Veränderung zu wagen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/wieder-mal-gescheitert/">Wieder mal gescheiter(t)?</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
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		<title>Herbstgefühle</title>
		<link>https://andregoedecke.de/herbstgefuehle/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2015 06:54:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was hat der Herbst mit dem Frühling gemein? Er ist plötzlich da, liegt auf einmal in der Luft und durchweht einen mit der Gewissheit, dass alles im Wandel ist. Dagegen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/herbstgefuehle/">Herbstgefühle</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was hat der Herbst mit dem Frühling gemein? Er ist plötzlich da, liegt auf einmal in der Luft und durchweht einen mit der Gewissheit, dass alles im Wandel ist. Dagegen kommen Sommer und Winter doch eher als allmähliche Veränderung oder als Steigerung des bereits Vorhandenen daher.</p>
<p>Auch stellen sich Erinnerungen an vergangene Herbste ein – Erinnerungen, an denen alle Sinne beteiligt sind: Hand in Hand und verliebt, inmitten eines Kerzenteppichs standen meine heutige Frau und ich 1989 bei der Mahnwache für inhaftierte Demonstranten an der halleschen Kirche St. Georgen.<br />
„UND WAS IST MIT DER DEUTSCHEN EINHEIT?“ ergriff ein strubbelhaariges, lederbejacktes Männlein das Wort und überzog die Anwesenden mit einem erregten Wortschwall. Armes, verwirrtes Männlein dachten wir, als wir uns lächelnd ansahen, aufgewühlt von der Ahnung des Bevorstehenden und auch bang ob der obligatorischen Objektive der Obrigkeit, die man hinter den Fenstern des benachbarten Hochhauses vermutete.<br />
Auch dieser Herbst bringt eine Ahnung mit sich, dass da etwas Tiefgreifendes im Gange ist und dass wenig beim alten bleiben wird. Mit der zehntausendfachen Ankunft so vieler entwurzelter Menschen hier zerbricht wohl die letzte (heimliche) Illusion, dass wir in getrennten Welten leben und dass die Entwicklungen „da unten“ unser Leben „hier oben“ am Ende nicht wirklich gravierend beeinflussen können.<br />
Vielleicht sollte ich mir die Lederjacke anziehen, um Pegida und Pegido aufzulauern:<br />
„UND WAS IST MIT DER EINHEIT DER ERDENBEWOHNER? WAS IST MIT FREIHEIT-GLEICHHEIT-BRÜDERLICHKEIT?“ krakele ich dann, während die beiden händchenhaltend und lächelnd über die Dresdner Kotzbrockenkirmes schlendern.<br />
Nur das mit dem Strubbelhaar könnte etwas schwierig werden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/herbstgefuehle/">Herbstgefühle</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
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