<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Vetoprinzip Archive - andregoedecke.de</title>
	<atom:link href="https://andregoedecke.de/tag/vetoprinzip/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://andregoedecke.de/tag/vetoprinzip/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Fri, 02 Oct 2026 10:54:29 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.3</generator>

<image>
	<url>https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2026/10/cropped-AG-1-32x32.png</url>
	<title>Vetoprinzip Archive - andregoedecke.de</title>
	<link>https://andregoedecke.de/tag/vetoprinzip/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Mit Rechten reden?</title>
		<link>https://andregoedecke.de/mit-rechten-reden/</link>
					<comments>https://andregoedecke.de/mit-rechten-reden/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 May 2026 05:44:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerdialoge]]></category>
		<category><![CDATA[Dazusetzen & Mitreden]]></category>
		<category><![CDATA[Dialog & Dialogische Haltung]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Vetoprinzip]]></category>
		<category><![CDATA[Zuhören]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://andregoedecke.de/?p=4675</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/mit-rechten-reden/">Mit Rechten reden?</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<table role="presentation" border="0" width="100%" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td class="r14-c nl2go-default-textstyle" align="left">
<div>
<p id="isPasted" class="default">Zu viele Berufspolitiker:innen setzen - anstatt zu liefern - auf Polarisierung und Spaltung. So treffen vergiftete Narrative auf Abstiegsängste, Verschwörungstheorien oder Wünsche nach einfachen Lösungen. Sie verhärten sich dann zu populistischen Weltsichten, denen auch mit noch so faktenbasierter Argumentation kaum beizukommen ist.</p>
<p class="default"><em><strong>Aber in mir lebt ein wissenschaftsaffiner Klarstellungs-Nerd, dem es nahezu körperliche Schmerzen bereiten würde, allzu steilen Thesen zu Klimawandel, Migration, Geopolitik usw. unwidersprochen Gehör zu schenken!</strong></em></p>
<p class="default">Er ernährt sich u.a. von Dokus, Podcasts und gut recherchierten Artikeln, und mutiert in Streitgesprächen schnell zum altneunundachtziger Oberlehrer, der keine Gefangenen macht.  Für einen entspannten, konstruktiven und gleichwürdigen Umgang miteinander ist das natürlich oft nicht so günstig. Außerdem würde wohl niemand, der als „irrational“, „uninformiert“ oder „aus der Zeit gefallen“ gebranntmarkt wird, deswegen eine andere Partei wählen oder fortan auf diskriminierende Begriffe verzichten.</p>
<p class="default">Ein Weg aus dieser Falle mag darin liegen, das leidige Tretminenfeld der starken Meinungen und des vermeintlichen Genau-Bescheid-wissens immer wieder zu verlassen, und den Fokus auf <em>das unmittelbar Persönliche</em> zu richten:</p>
<ul>
<li><em><strong>Wie geht es dir und mir eigentlich gerade - z.B. mit der Art, wie wir über politische Themen reden?</strong></em></li>
<li><strong><em>Wie reagieren du und ich auf Veränderung?</em></strong></li>
<li><strong><em>Wofür sind wir dankbar?</em></strong></li>
<li><strong><em>Wie geht es uns mit Blick auf die Zukunft unserer Kinder?</em></strong></li>
<li><em><strong>…</strong></em></li>
</ul>
<p class="default">Gelingende Gespräche dieser Art schätze ich sehr, denn sie führen oft in die Tiefe – aber natürlich nicht automatisch zu anderen Wahlentscheidungen! Dennoch würde ich die transformative Kraft von Momenten echter Begegnung niemals unterschätzen – bezogen natürlich auf ALLE am Gespräch beteiligen Personen! Egal, was die anstehenden Wahlen und die kommenden Monate und Jahre bringen werden:</p>
<p class="default"><em><strong>Neben handfestem gesellschaftlichem Gegendruck brauchen wir Menschen, die echte Fragen stellen und zuhören können – und wir brauchen Räume, in denen wertschätzende und demokratische Gesprächskultur praktiziert wird - analog und uns einander zumutend, trotz unterschiedlicher Sichtweisen und Biografien!</strong></em></p>
<p class="default">Als Dialogbegleiter, z.B. bei <a href="http://www.dazusetzen-mitreden.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer" type="absoluteLink">„Dazusetzen &amp; Mitreden“</a> setze ich bei polarisierendem Sprech ab einem bestimmten Punkt natürlich Grenzen. Gleichzeitig ist es mir wichtig, nicht zu verurteilen und die betreffenden Personen möglichst weiter im Gespräch zu halten.</p>
<div id="attachment_4676" style="width: 1010px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-4676" class="wp-image-4676 size-full" src="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild-Mit-Rechten-reden.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild-Mit-Rechten-reden.jpg 1000w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild-Mit-Rechten-reden-980x654.jpg 980w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild-Mit-Rechten-reden-480x320.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1000px, 100vw" /><p id="caption-attachment-4676" class="wp-caption-text">2 von 7 demorkratischen Führungsjokern aus dem Veto-Ansatz von Maike Plath</p></div>
<p class="default">Die oben abgebildeten Karten – zwei <em>demokratische Führungsjoker</em> aus dem bewährten Veto-Instrumentarium von Maike Plath* – sollen die Teilnehmenden ermutigen, zeitnah zu reagieren, wenn z.B. diskriminierende Äußerungen fallen: STÖRGEFÜHL und VERANTWORTUNG liegen für alle sichtbar in der Mitte und laden dazu ein, sich im Fall der Fälle irgendwie bemerkbar zu machen, anstatt nur die Luft anzuhalten und abzuwarten, wie sich die Moderation dazu verhält. Denn in der Regel sind die Dialogteilnehmer:innen in Summe recht divers, sodass polarisierende Perspektiven oft auch auf eine Art Korrektiv stoßen.</p>
<p class="default">Eines möchte ich – vor allem mit Blick auf die Artikelüberschrift – zum Schluss noch loswerden:</p>
<p class="default"><em><strong>Die Freiheit zu entscheiden, ob ich mit rechten Menschen rede oder nicht, ist ein Privileg! </strong></em></p>
<p class="default">Denn es gibt viele gefährdete Zeitgenoss*innen unter uns, für die stellt sich aufgrund von Hautfarbe, Ethnie, sexueller Orientierung u.a.m. diese Frage gar nicht - und im Falle einer harten Machtübernahme würden sie zu den ersten gehören, die neben der „normalen“ alltäglichen Diskriminierung brutale Schikanen, Entzug von Rechten oder Schlimmeres erleiden müssten.</p>
<p class="default">Aktuell schießen Dialoginitiativen gefühlt wie Pilze aus dem Boden - und auch unser hallesches Format „Dazusetzen &amp; Mitreden“ erfährt immer mehr Interesse und Nachfrage. Nach etlichen Jahren Engagement mit vergleichsweise wenig Resonanz freue ich mich riesig darüber!</p>
<p class="default"><strong>Wenn auch Du Lust auf gute Gesprächskultur hast, kann ich Dich nur ermutigen: Übe die nötigen Skills und fang an! Aber bitte immer schön entspannt bleiben und keine neue <em>Norm</em> daraus machen!</strong></p>
</div>
</td>
</tr>
<tr>
<td class="r15-c" align="center">
<table role="presentation" border="0" width="100%" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td height="0">­</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
<tr>
<td class="r14-c nl2go-default-textstyle" align="left">
<div><hr />
<p class="default"><strong>* Erklärung zu den demokratischen Führungsjokern</strong></p>
<ul>
<li class="default">"Störgefühl: Wenn etwas irritiert oder emotional blockiert, kann ich 'Störgefühl' zurückmelden. Ich muss dabei nicht direkt benennen können, woher das Gefühl kommt."</li>
<li class="default">"Verantwortung: Wenn ich den Eindruck habe, dass jemand gedemütigt oder herabgesetzt wird, kann ich 'Verantwortung' rufen. Die Führung weiß dann: 'Hier stimmt etwas nicht.' "</li>
</ul>
<p class="default"><strong>Quelle</strong>: Maike Plath: "Das Veto-Prinzip. Die sieben Säulen gleichwürdiger Pädagogik", Beltz 2023</p>
<p class="default"><strong>Weitere Informationen</strong>: <a id="isPasted" href="https://7q09c.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1f8JIKXwHGZDuHQHs936Rbbiui/Fzx0z_oPAiQ7" target="_blank" rel="noopener noreferrer" type="absoluteLink" data-fr-linked="true">https://vetoinstitut.de/</a></p>
<hr /></div>
<strong>Informationen zum Halleschen Dialogformat "Dazusetzen &amp; Mitreden":</strong> <a href="http://www.dazusetzen-mitreden.de" target="_blank" rel="noopener">www.dazusetzen-mitreden.de</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/mit-rechten-reden/">Mit Rechten reden?</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://andregoedecke.de/mit-rechten-reden/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich habe es getan</title>
		<link>https://andregoedecke.de/ich-habe-es-getan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Dec 2025 13:27:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Vetoprinzip]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://andregoedecke.de/?p=3626</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/ich-habe-es-getan/">Ich habe es getan</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Obwohl ich seit fast zwei Jahren mit dem Veto-Prinzip vertraut bin und damit gute Erfahrungen in Erwachsenengruppen machte, habe ich es nun zum ersten Mal auch in die Arbeit mit Schulklassen eingeführt.</strong></p>
<p>D.h., ich habe im Rahmen eines Dialogprojektes an einer Sekundarschule <strong>den Kindern ein Vetorecht eingeräumt</strong>: Jede:r kann Veto einlegen – z.B. gegen Übungen, zu denen ich einlade, gegen Themen, die ich einbringe oder auch gegen Vorschläge, die aus der Gruppe kommen. Einzige Bedingung: Nicht die Aula verlassen. Veto kann <strong>lautstark </strong>erfolgen, indem ich etwas infrage stelle, diskutiere, Gegenvorschläge mache – oder kann <strong>still </strong>erfolgen, indem ich mich bspw. während einer Übung aus der Gruppe zurückziehe und passiv am Rand halte.</p>
<p>Veto ist einer von <strong>sieben demokratischen Führungsjokern </strong>in einem Konzept zur gleichwürdigen Führung bei <strong><a href="https://7q09c.r.a.d.sendibm1.com/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dINmNXWY9dinKrdJUCS/7Wm3AdpbOkli">Maike Plath</a></strong>. Bisher wandte ich den Ansatz im Kontext von Erwachsenenbildung und Supervision an. Bei der Arbeit mit Schulklassen <strong>zögerte</strong> <strong>ich </strong><strong>jedoch immer noch vor der letzten Konsequenz</strong>!</p>
<p><strong>Warum?</strong></p>
<p>Da war so ein Bild von „die Schleusentore öffnen“ in meinem Kopf, und ich hatte ziemlichen Respekt vor der Wucht der Verweigerung, welche so ein Vetorecht in einem stark regulierten Setting wie Schule mit sich bringen kann. Als externer Trainer habe ich i.d.R. nur vergleichsweise kurz mit den Klassen zu tun, und es könnte schwierig werden, die dadurch ausgelösten Prozesse gut zu begleiten. So weit, so kleinmütig.</p>
<p><strong>Was hat nun aber zur Einführung von Veto in besagtem Schulprojekt geführt?</strong></p>
<p><strong>Erstens</strong>: Die Kooperationsbereitschaft der betreffenden Schule entpuppte sich, nun ja, als ziemlich unterirdisch – eine Tatsache, die mir so einen <strong>herzhaft-satten EGAL-Impuls </strong>bescherte! Außerdem hatte ich eine superkompetente Schulsozialarbeiterin an meiner Seite, die das Ganze wunderbar mittrug.</p>
<p><strong>Zweitens</strong>:</p>
<p>Es waren die letzten Tage vor den Weihnachtferien, d.h. sowohl Kinder als auch Erwachsene waren „durch“ - und ich war gut beraten, darauf Rücksicht zu nehmen.</p>
<p><strong>Drittens</strong>:</p>
<p>Eigentlich war mir schon lange klar, dass Kinder und Jugendliche trotz Regeln, Sanktionen und autoritärer Drohkulisse <strong>sowieso </strong>Veto einlegen, wenn für sie etwas nicht passt – unter den gegebenen Umständen jedoch meist indirekt oder in Form von Provokationen oder eskalierenden Störungen. Warum dann also nicht ganz offiziell ein Vetorecht einführen - <strong>und präsent und zugewandt mit dem umgehen, was das dann passiert? </strong>Schließlich hatte ich in Erwachsenengruppen immer wieder erlebt, dass darin Chancen für echten Dialog und gemeinsame Entwicklung liegen!</p>
<p><strong>Was dann geschah</strong></p>
<p>Um es vorwegzunehmen: Es gab kein Chaos – zumindest nicht mehr als das übliche Chaos in einer 6. Klasse an einer Sekundarschule. Jedoch löste die Einführung des Veto-Jokers eine Kaskade interessanter Reaktionen aus, von denen ich einige kurz beschreiben möchte. Am ersten Tag setzte sich infolge von Veto die halbe Klasse von einer meiner Übungen ab, in der es um das Erkunden eigener Stärken (und das Reden darüber) ging – manche Kinder taten das entschlossen und freudig, manche eher zögerlich und schüchtern: Ein Junge (sich flüsternd an mich wendend): „Herr Gödecke, darf ich auch Veto machen?“ Ich so: „Ja, DARFST du!“ – und feierte innerlich ...</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-3627 size-full" src="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/12/IMG_20251216_084540.jpg" alt="" width="800" height="533" srcset="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/12/IMG_20251216_084540.jpg 800w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/12/IMG_20251216_084540-480x320.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 800px, 100vw" /></p>
<div>
<p id="isPasted" class="default">Die Truppe bildete dann am anderen Ende der Aula tatsächlich einen eigenen Stuhlkreis und sprach über Dinge, die wohl nur sie etwas angingen. Die Lautstärke hielt sich in Grenzen, sodass ich relativ ungestört mit den verbliebenen Schüler:innen weitermachen konnte. Irgendwann sagte ein Mädchen, dass es doch schade sei, wenn nicht alle dabei sind, weil es ja irgendwie auch wichtig ist, mal über solche Dinge zu reden. Daraufhin versuchte ein Junge, die Truppe dazu zu bewegen, wieder an der Übung teilzunehmen – allerdings auf die Distanz und in so einer Art Befehlston. Ich ermutigte ihn, hinzugehen und eine direkte Bitte abzusetzen. Damit hatte er keinen Erfolg und kam mit hängendem Kopf wieder zurück in den Kreis.</p>
<p class="default">Dort ging es inzwischen darum, wie schwierig es ist, Zusammenhalt in der Klasse hinzubekommen. Ich dachte bei mir: Guter Punkt – und feierte innerlich ...</p>
<p class="default">Am nächsten Tag war es nur eine Handvoll Kinder, die sich zeitweise dafür entschieden, ihr eigenes Ding zu machen - und die dann über längere Zeit einfach nur mit hohem Tempo im Raum umherliefen. Das sorgte hin und wieder für Störungen und führte – entgegen der Abmachung im Vorgespräch – zu einer Intervention der Klassenlehrerin. Irgendwann fand sich das Grüppchen dann murrend wieder im Kreis ein. Auf Nachfrage hieß es, die Klassenlehrerin hätte gesagt, <strong>dass Veto jetzt „abgelaufen“ sei </strong>– und ich feierte schon wieder innerlich ...</p>
<p class="default">Einigermaßen bewegt war ich am Ende noch, als ein Junge auf mich zukam, und mir eröffnete, dass ihm das mit dem Veto richtig gutgetan hat:</p>
<p class="default">„Weil ich in solchen Runden nie stillsitzen kann und aufpassen muss, dass ich nicht durchdrehe und alle anderen nerve!“</p>
<p class="default"><strong>Fazit</strong></p>
<p class="default">Auch wenn es nur ein erstes erkundendes Prototyping an gerade mal zwei Projekttagen war, und ich aktuell auch gar nicht weiß, ob die Kooperation mit der betreffenden Schule weitergeht: Die hier von mir beschriebenen Entwicklungen könnten unter Bedingungen verlässlicher Zusammenarbeit der Beginn eines wirklich spannenden Entwicklungsprozesses sein:</p>
<p class="default">Was will ich <strong>nicht</strong>?</p>
<p class="default">Was <strong>will</strong> ich?</p>
<p class="default"><strong>Wie</strong> will ich das?</p>
<p class="default">Was <strong>brauche</strong> ich dafür?</p>
<p class="default">Diese vier Fragen bilden den <strong>Vetokompass </strong>und weisen meiner Ansicht nach einen Weg aus dem <strong>Dilemma von Anpassung und Rebellion</strong>. Denn dieses belastet nach wie vor das Miteinander in der Schule und kostet alle Beteiligten so unglaublich viel Energie und Nerven!</p>
<p class="default">Für mich war das definitiv eine wertvolle und bestärkende Erfahrung – und ehrlich gesagt wurde es Zeit, dass ich auch in der Schule etwas einbringe, das spürbar <strong>einen </strong><strong>Zug in Richtung Zukunft </strong>enthält.</p>
<p class="default"><strong>Möchtest du mehr darüber erfahren?</strong></p>
<p class="default">Geh zum <a href="https://7q09c.r.a.d.sendibm1.com/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIR6SS6r8GXtC3tAkoW/6vZGvwXgZT6R" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vetoinstitut</a> oder höre Maikes Dokufiktion "Türwächter:innen der Freiheit" auf <a href="https://7q09c.r.a.d.sendibm1.com/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dISlUuP0cZxR7f16O7Y/BP7khOCZJMmK" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spotify </a>und anderen gängigen Streamingdiensten.</p>
<p class="default">Wenn du´s praktisch erleben möchtest und zudem noch in Halle wohnst: Im Januar starte ich ein <a href="https://7q09c.r.a.d.sendibm1.com/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIUQXMhA6tMz3G921Qa/rRri6UPPmcdE" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Vetolab im Vally-Nachbarschaftstreff!</strong></a></p>
<p class="default">Auch in Leipzig gibt es ein Vetolab mit Katharina de Vette, an dem ich auch  regelmäßig teilnehme: <a href="https://7q09c.r.a.d.sendibm1.com/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIW5ZozJbCmWyrGxejc/joQ6mQrCX0xk">https://vetoinstitut.de/veto_labs/</a></p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/ich-habe-es-getan/">Ich habe es getan</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>In sich zu Hause: Schildkröten</title>
		<link>https://andregoedecke.de/in-sich-zu-hause-schildkroeten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Feb 2025 20:15:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Autoritäre Prägung]]></category>
		<category><![CDATA[Maike Plath]]></category>
		<category><![CDATA[Schildkröte]]></category>
		<category><![CDATA[Statuslehre]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Vetoprinzip]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://andregoedecke.de/?p=2259</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/in-sich-zu-hause-schildkroeten/">In sich zu Hause: Schildkröten</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="col20 f-left">
<div id="container-widget-1" class="grid-row stretched-mobile stretched-tablet" data-type="Container" data-delay="">
<div class="grid-content">
<div class="grid-column">
<div class="widget-row">
<div id="text-widget-1735201868100" class="widget widgetResponsive textWidget col20" data-type="TextWidget" data-delay="" data-animation-duration="" data-animation-delay="" data-animation="lazyAnimation-">
<div class="text-widget-content">In diesem vorerst letzten von insgesamt 4 Beiträgen zu meiner <a href="https://vetoinstitut.de/angebot/weiterbildung/">Veto-Weiterbildung </a>in 2024 geht es um Schildkröten. Falls dich das irritiert, liegt es vielleicht daran, dass du den <a href="https://andregoedecke.de/loewe-klaeffer-oder-erdmaennchen-die-macht-der-bewaeltigungsstrategien/">vorhergehenden Artikel über die Statussymboltiere </a>noch nicht gelesen hast. Führe ihn dir gerne zu Gemüte, damit du den folgenden Inhalt besser einordnen kannst! Schildkröten gelten in vielen Kulturen als Symbol für ein langes Leben sowie für Geduld und Weisheit. Manche sehen in ihnen auch ein Symbol für das Vergehen der Zeit an sich. Als ich mit meinen großen Kindern im Sommer in Albanien war, gab es immer großes Hallo, wenn es plötzlich im Gebüsch raschelte und eine Landschildkröte daraus hervorkrabbelte – meistens zielstrebig und unbeirrt auf dem Weg zu einem Ziel, das wohl nur sie selber kannte. Aber was verkörpert die Schildkröte als Symbol für Führungsstile oder pädagogische Handlungsmuster?</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Wir haben es hier mit einem Wesen tun, das sowohl buchstäblich als auch im übertragenen Sinne in sich zu Hause ist! Während die im vorhergehenden Artikel beschriebenen Statustypen Löwe, Kläffer und Erdmännchen letztlich das Ergebnis unterschiedlicher Formen autoritärer Prägung in der Kindheit sind, stellt Typ Schildkröte gewissermaßen das Entwicklungsziel dar, welchem sich entwicklungsbereite Menschen durch bewusste Selbstreflexion, Training und mutig-spielerisches Experimentieren immer mehr anverwandeln können. Aus Sicht der von <a href="https://www.maikeplath.de/">Maike Plath </a>entwickelten Status-Typologie steht die Schildkröte für inneren Hochstatus in Kombination mit äußerem Tiefstatus. Innerer Hochstatus deshalb, weil sie …
<ul>
<li>sich und ihre Grenzen gut kennt und sie mit ihrem eigenen Gefühlsleben vertraut ist.</li>
<li>die Höhen und Tiefen des Lebens prinzipiell als wertvolle Lernerfahrungen sehen kann.</li>
<li>dadurch letztendlich einen gesunden Selbstwert sowie ein bemerkenswertes Gefühl für Integrität entwickeln konnte.</li>
</ul>
Auch der Löwe als Statustyp, wenn du dich erinnerst, nimmt inneren Hochstatus ein - im Unterschied zur Schildkröte jedoch auf eine oberflächlichere Art und Weise: Er ist einfach überzeugt von seinen Fähigkeiten und seiner Macht und findet sich supertoll - was jedoch nicht unbedingt heißt, dass er sich gut reflektieren kann und mit seinem eigenen Innenleben vertraut ist. Aber was hat es mit "nach außen tief" auf sich? Auch Statustyp Erdmännchen praktiziert äußeren Tiefstatus und Konflikt vermeidendes Verhalten – allerdings infolge von Konditionierung im Sinne einer kindlichen Überlebensstrategie – oder drastisch ausgedrückt: als eine Art Zwangsreaktion, getrieben von Angst vor Eskalation, Beziehungsabbruch oder sozialer Ausgrenzung. Typ Schildkröte entscheidet sich für Tiefstatus und Deeskalation - nicht weil sie es muss, sondern weil sie es kann! Soll heißen: Sie kann, wenn es darauf ankommt, auch anders.</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Z.B. kann es in der Begegnung mit Typ Löwe notwendig werden, ganz klar Grenzen zu setzen oder gar auf eine durchaus aggressive Form der Selbstbehauptung zurückzugreifen – um am Ende überhaupt wahr- bzw. ernst genommen zu werden! Diesen Aspekt berücksichtigend, müsste es bei Typ Schildkröte genau genommen heißen: außen tief zu 90 %, d.h. in circa 90 % der Fälle - abhängig jeweils von der konkreten Situation. Vielleicht wird an dieser Stelle deutlich, was das "außen tief" der Schildkröte in der Konsequenz bedeutet: Um sich für deeskalierendes Agieren im Tiefstatus frei entscheiden zu können, anstatt aus einem in der Kindheit erlernten Handlungsmuster heraus zu reagieren, kann es ziemlich hilfreich sein, wenn Mensch die gesamte Skala zwischen Anpassung und Selbstbehauptung kennt und bespielen kann! Die Betonung liegt dabei auf "spielen". Das führt mich zur Veto-Weiterbildung, welche ich im vergangenen Jahr durchlaufen durfte.</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Diese Erfahrung beeinflusst meine Seminare, Kreisdialoge, Coachings und natürlich auch meinen persönlichen Alltag in der Weise, dass Qualitäten wie Eigenverantwortung, Würde und Integrität mittlerweile einen spürbar höheren Stellenwert innehaben. Im ersten Modul ging es darum, mit Methoden aus der Biografiearbeit meine eigene autoritäre Prägung genauer zu erkunden und zu verstehen, wie diese meine heutigen Verhaltensmuster bestimmen - und welchen Preis das mich und meine lieben Mitmenschen mitunter kostet. In der in Modul 2 daran anschließenden, weitgehend theatralen Auseinandersetzung mit Hoch- und Tiefstatus sowie den Kollegen Löwe/Kläffer/Erdmänchen wurde es extrem spielerisch … … und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Wenn ich diese Konditionierungen bei mir und anderen erkenne, kann ich bewusst auch einen ganz anderen Status einnehmen, kann ich bewusst bestimmte Punkte auf allerhand Skalen einnehmen - bspw. zwischen „totaler Anpassung“ und „wütend alles abfackeln“ - oder zwischen „mich ängstlich tot stellen“ und „ich drehe vor Publikum mal so richtig auf“. Der Clou dabei: Den nervigen, immer wiederkehrenden und immer wieder sich selbst reproduzierenden Interaktionsmustern innerhalb meines Alltags mal einen ganz neuen Drive geben! Fetzt, oder? Birgt jedoch auch Herausforderungen, weil mitunter tiefer gelegte - wollt´sagen tiefer liegende Ängste und andere starke Emotionen getriggert werden können! Deshalb ging es im Modul 3 um „Schattenarbeit“:
<ul>
<li>Was genau stört mich eigentlich an Verhaltensweisen spezieller Zeitgenoss:innen?</li>
<li>Warum werden da Emotionen in einem Maße angetriggert, welches irgendwie in keinem angemessenen Verhältnis mit dem betreffenden Verhalten zu stehen scheint?</li>
<li>Und: Was würde passieren, wenn ich mir, sagen wir mal, 5-10 % davon probehalber zu eigen machen würde?</li>
</ul>
Das Schöne an diesem eigentlich ziemlich in die Tiefe führenden Modul war, dass wir eben nicht den größten Teil der Zeit im Kreis saßen und redeten, sondern uns spielerisch auf all die reizenden Charaktere stürzten, die uns triggern - und exzessiv und lustvoll in ihren Eigenschaften und Allüren „badeten“! Danach biste geheilt, eh! Modul 4 nahm nochmal explizit Konflikte in den Fokus: Alle Statustypen, alle Skalen einfach mal durchspielen anhand von Situationen, die im Alltag SO SEHR wehtun können – und immer öfter mal den Schildkrötenstyle erproben. Letzerer wurde im fünften und letzten Modul dann nochmal richtig zelebriert.</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-2262 size-large" src="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Schildkroete-01-1024x1024.jpg" alt="" width="1024" height="1024" srcset="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Schildkroete-01-1024x1024.jpg 1024w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Schildkroete-01-980x980.jpg 980w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Schildkroete-01-480x480.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /> <img decoding="async" class="alignnone wp-image-2261 size-large" src="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Zertifikat-768x1024.jpg" alt="" width="768" height="1024" srcset="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Zertifikat-768x1024.jpg 768w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Zertifikat-480x640.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 768px, 100vw" />  </div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/in-sich-zu-hause-schildkroeten/">In sich zu Hause: Schildkröten</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Löwe, Kläffer oder Erdmännchen? Die Macht der Bewältigungsstrategien</title>
		<link>https://andregoedecke.de/loewe-klaeffer-oder-erdmaennchen-die-macht-der-bewaeltigungsstrategien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jan 2025 20:42:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Autoritäre Prägung]]></category>
		<category><![CDATA[Maike Plath]]></category>
		<category><![CDATA[Schildkröte]]></category>
		<category><![CDATA[Statuslehre]]></category>
		<category><![CDATA[Vetoprinzip]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://andregoedecke.de/?p=2271</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/loewe-klaeffer-oder-erdmaennchen-die-macht-der-bewaeltigungsstrategien/">Löwe, Kläffer oder Erdmännchen? Die Macht der Bewältigungsstrategien</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="col20 f-left">
<div id="container-widget-1" class="grid-row stretched-mobile stretched-tablet" data-type="Container" data-delay="">
<div class="grid-content">
<div class="grid-column">
<div class="widget-row">
<div id="text-widget-1725700043099" class="widget widgetResponsive textWidget col20" data-type="TextWidget" data-delay="" data-animation-duration="" data-animation-delay="" data-animation="lazyAnimation-">
<div class="text-widget-content">
<ul>
<li><strong>Wie reagierst du bei aufkommenden Konflikten im ersten Moment?</strong></li>
<li><strong>Welche Regeln – ausgesprochen oder unausgesprochen – gab es in deiner Herkunftsfamilie zu beachten?</strong></li>
<li><strong>Wer bist du in deiner freiesten und mutigsten Version?</strong></li>
</ul>
Wenn du Lust hast, geh einfach mal mit diesen Fragen! Dabei kommt es vielleicht weniger darauf an, gleich astreine Antworten zu liefern: Ich persönlich fand interessant, welche Gedankengänge und Gefühle in mir aufkamen, als ich mir die Fragen zum ersten Mal bewusst stellte.</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Mit meiner Arbeit möchte ich zu einer Welt beitragen, in der man Kindern mit respektvollem Gespür für ihre Bedürfnisse und Grenzen begegnet, in der sie immer mehr Bestärkung und Ermutigung – und immer weniger Zurechtweisung und Anpassungsdruck erfahren. Es sollte selbstverständlich sein, dass ihre Stimme und vor allem ihr NEIN ins Gewicht fallen - denn nur so können sie ein Gefühl von Integrität und gesundem Selbstwert entwickeln. Konflikte wird es in einer solchen Welt natürlich weiterhin geben, aber in den meisten Fällen dann als der Beginn ehrlicher Verständigungsprozesse - mit dem Ziel, wieder miteinander in Verbindung zu kommen und etwas darüber zu lernen, wie Beziehungen besser funktionieren können. Die heutige Realität in Klassenräumen, Horten, Wohngruppen usw. nehme ich mit Blick darauf als recht vielfältig, dynamisch und „durchwachsen“ wahr: Vieles ist im Umbruch, Altes und Neues existiert nebeneinander her.</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Insbesondere neuere Erkenntnisse aus Entwicklungspsychologie und Hirnforschung sprechen sich zunehmend herum und sorgen mancherorts für Humanisierung und neue Wege im Umgang mit Konflikten. Aber auch jede Menge unhinterfragte Erziehungsmaximen aus Kaisers Zeiten – oft in unheiliger Allianz mit spätkapitalistischem Leistungsdenken – tragen weiterhin munter zur Reproduktion patriarchaler, also himmelschreiend ungerechter und traumatisierender Verhältnisse bei. Letzteres schlägt sich nieder in den Resultaten der autoritären Prägung, welche die allermeisten von uns erfahren haben: Gemeint sind Bewältigungsstrategien, die wir früh entwickeln mussten in Umgebungen, in denen unsere Bedürfnisse und unser NEIN keine Aufmerksamkeit und Akzeptanz erfuhren. Sie halfen uns  zurechtzukommen und psychisch und sozial zu überleben.</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Die Bewältigungsstrategien lassen sich auf Skalen anordnen, z.B.: Unterordnung – Dominanz Anpassung – Rebellion Schmeichelei – Aggression Sie prägen mehr oder weniger unser heutiges Verhaltensrepertoire in Konflikten und anderen herausfordernden Situationen. Gelingt es uns nicht, sie ins Bewusstsein zu heben und gemeinsam neue, gleichwürdigere Formen des Umgangs zu entwickeln, werden sie uns einengen, unsere Weiterentwicklung blockieren und das Miteinander erschweren. Unreflektierte Bewältigungsstrategien in pädagogischen Kontexten, Unternehmen und Behörden erzeugen Machtkämpfe, zementieren vorhandene Ungleichheit und sorgen für den Verlust von Integrität bei allen Beteiligten. Dies kann sich z.B. in autoritärem Gebaren zeigen, aber häufig auch in Formen von Scheindemokratie, wo unterhalb der Oberfläche von scheinbarer Harmonie oft Machtspiele laufen, welche am Ende dann doch zu offener Willkür und Entzweiung und führen. <strong>Statustypen</strong> Besonders interessant wird es, wenn wir uns unter dem Gesichtspunkt der verinnerlichten Bewältigungsstrategien einmal Führungspersönlichkeiten und -stile anschauen.</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Wobei ich den Begriff „Führung“ hier sehr weit fassen würde: Es geht nicht nur um den Abteilungsleiter oder die Geschäftsführerin, denn bspw. auch Eltern oder Pädagog:innen bekleiden ja Führungsrollen – bis dahin, dass wir von „Selbstführung“ sprechen können, wenn es um das Erreichen persönlicher Ziele oder die Bewältigung des Alltags geht. Ich möchte hier die von Maike Plath identifizierten Statustypen vorstellen – und dabei an die Statuslehre mit den beiden Polen Hoch- und Tiefstatus anknüpfen (<a href="https://andregoedecke.de/oefter-mal-den-status-checken-und-beherzt-darueber-hinaus-gehen-statuslehre-nach-maike-plath/">Hier findest du den Artikel aus dem vorhergehenden Newsletter dazu</a>):</div>
<div class="text-widget-content">Hoch- und Tiefstatus lassen sich mit Blick auf Führungsstile sowohl im Innen, als auch im Außen verorten: „Außen“ beschreibt hier die mehr oder weniger bewusst erzielte Wirkung auf andere Personen. „Innen“ meint dagegen das von der Führungsperson subjektiv empfundene „Standing“ bzw. die Ausprägung ihres Selbstwertgefühls. <em>Statustyp Löwe (außen hoch/innen hoch)</em> Gemeint ist der männliche Löwe, welcher die meiste Zeit auf einem Felsen liegt und darüber wacht, dass keine Konkurrenz sich nähert. Er ist sich seiner Macht/seiner Kompetenz/seiner Überlegenheit bewusst (innerer Hochstatus) und lässt das andere Personen mithilfe respekteinflößender Strategien (äußerer Hochstatus) spüren, z.B.
<ul>
<li>sich viel Raum nehmen</li>
<li>einen Großteil der Redezeit beanspruchen</li>
<li>das Thema bestimmen</li>
<li>Distanz senden</li>
<li>Ruhe und Haltung bewahren, ab und aber auch mal laut werden</li>
<li>andere Personen bewerten und Urteile fällen</li>
<li>das Gegenüber ignorieren/dominieren/manipulieren …</li>
</ul>
In der Löwenwelt sind Konflikte dafür da, sie zu gewinnen. Typ Löwe ist bei seinen Mitmenschen nicht unbedingt beliebt, aber er erzeugt Respekt und Vorsicht. Dass er sehr von sich überzeugt ist, heißt jedoch nicht unbedingt, dass er sich gut reflektieren kann und mit seiner eigenen Gefühlswelt vertraut ist. <em>Statustyp Kläffer (außen hoch/innen tief)</em> Bei ihm wissen wir oft nicht, woran wir sind: War der Kläffer eben noch freundlich und zugewandt, rastet er im nächsten Moment wegen eines scheinbar nichtigen Anlasses aus! Tiefer liegende Unsicherheit und niedriges Selbstwertgefühl (innerer Tiefstatus) versucht er mit einer machtvollen Fassade und Drohungen (äußerer Hochstatus) zu kompensieren – genau wie diese kleinen Hunde, die uns einen Schrecken einjagen, wenn sie laut losbellen, aber innerlich in diesem Moment wohl voller Angst sind.</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Die Diskrepanz zwischen großspurigem Auftreten und innerer Unsicherheit bleibt den Mitmenschen meistens nicht verborgen, was dazu führt, dass der Kläffer nicht nur unbeliebt ist, sondern oft einfach nicht ernst genommen wird. Dies wiederum verschärft auf tragische Weise sein Dilemma und veranlasst ihn dazu, bestehende Konflikte immer weiter zu eskalieren, als gäbe es kein Morgen. Wo Kläffer als Chefs oder Chefinnen agieren, herrscht meist Klatsch und Tratsch, Frontenbildung und permanentes Drama. <em>Statustyp Erdmännchen (außen tief/innen tief)</em> Sicher hast du im Zoo schon einmal gesehen, dass Erdmännchen für gewöhnlich in Gruppen auftreten und immer eines von ihnen die Umgebung scannt, um die Anderen sofort warnen zu können, falls sich Gefahr nähert. Ihr evolutionärer Vorteil liegt darin, aufeinander zu achten, ständig Körperkontakt herzustellen und sich aufmerksam umeinander zu kümmern. Nicht nur, aber in meiner Wahrnehmung ziemlich oft, ist Typ Erdmännchen im sozialen Bereich anzutreffen. Supervisor:innen können ein Lied singen von Teams, die betonen, dass sie „wie eine große Familie“ sind und dass sie Phänomene wie „Diskrepanzen“ oder „Streit“ nur in der bösen Welt außerhalb des Teams erleben.</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Erdmännchen verfügen tendenziell über kein hohes Selbstwertgefühl (innerer Tiefstatus) und wollen auch nicht allzu selbstbewusst rüberkommen (äußerer Tiefstatus): Nur nicht in den Verdacht geraten, als „etwas Besseres“ erscheinen zu wollen! Denn als Gleiche:r unter Gleichen, verbunden in trauter Harmonie sind Erdmännchen weitgehend vor Konflikten geschützt. (Diese nehmen sie stets als Bedrohung wahr.) Das Miteinander in der Erdmännchenkolonie fühlt sich deshalb erstmal ziemlich gut an, weil es von Empathie, Rücksichtnahme und gegenseitiger Unterstützung getragen ist. Das Problem: Erdmännchen können nicht führen, weil Führen ab irgendeinem Punkt immer auch Konflikte mit sich bringt. So geschieht es häufig, dass innerhalb von Erdmännchen-geführten Teams latente Konflikte über lange Zeit gären, bis sie irgendwann mit großer Wucht an die Oberfläche treten - um dann erst recht ein riesiges Durcheinander zu stiften.</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content"><strong>Ausblick</strong></div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Die drei Statustypen sind, wie gesagt, das Ergebnis der oben beschriebenen verinnerlichten Bewältigungsstrategien infolge autoritärer Prägung. So plakativ und in Reinform, wie ich sie hier dargestellt habe, existieren sie i.d.R. nicht: Jede Person trägt Anteile davon in sich, und sie stehen symbolisch für weitgehend unreflektierte Verhaltensmuster. D.h. sie rufen eigentlich nach Weiterentwicklung und nach so etwas wie Erlösung im Sinne eines gleichwürdigen und kooperativen Miteinanders, wo sowohl Führungspersonen als auch Mitarbeiter:innen oder Kinder und Jugendliche ihre Würde und Integrität wahren können. Diese anzustrebende Qualität findet sich in einem vierten Statustyp wieder, welcher auch wieder symbolisch durch ein Tier repräsentiert wird – gewissermaßen als Entwicklungsziel! Worin diese Qualität besteht und welchem Tier sie zugeordnet wird, lieber Leser, liebe Leserin, wird Thema des nächsten Newsletters sein - denn es soll ja auch ein bisschen spannend bleiben. Bis dahin wünsche dir  Erkenntnisgewinn beim genauen Beobachten von Löwen-, Kläffer- und Erdmännchenverhalten in deinem Umfeld (oder bei dir selbst). Wenn du Lust hast, dir die Statuslehre praktisch zu erschließen, komm gerne in meinen <a href="https://andregoedecke.de/artikel/jenseits-von-dominanz-und-gehorsam-einfuhrung-in-das-veto-prinzip-nach-maike-plath">im April geplanten Workshop</a>! <a href="https://vetoinstitut.de/" target="_blank" rel="noopener">Hier geht´s zum Veto-Institut</a></div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/loewe-klaeffer-oder-erdmaennchen-die-macht-der-bewaeltigungsstrategien/">Löwe, Kläffer oder Erdmännchen? Die Macht der Bewältigungsstrategien</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Öfter mal den Status checken &#8211; und beherzt darüber hinaus gehen! Statuslehre nach Maike Plath</title>
		<link>https://andregoedecke.de/oefter-mal-den-status-checken-und-beherzt-darueber-hinaus-gehen-statuslehre-nach-maike-plath/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Nov 2024 20:57:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Autoritäre Prägung]]></category>
		<category><![CDATA[Maike Plath]]></category>
		<category><![CDATA[Selbständigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Statuslehre]]></category>
		<category><![CDATA[Vetoprinzip]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://andregoedecke.de/?p=2279</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/oefter-mal-den-status-checken-und-beherzt-darueber-hinaus-gehen-statuslehre-nach-maike-plath/">Öfter mal den Status checken &#8211; und beherzt darüber hinaus gehen! Statuslehre nach Maike Plath</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Es war einer dieser auftragsfreien Tage, den ich dafür nutzte, um spontan ein Symposium mit dem Titel „Gesunde Schule hat Methode“ zu besuchen, welches in der niedersächsischen Landesvertretung nahe dem Potsdamer Platz in Berlin stattfand und von einer Initiative namens „Weitblick“ ausgerichtet wurde. Beide Keynotespeaker waren männlich, während für die Leitung der am Nachmittag stattfindenden Workshops mehrheitlich Frauen engagiert waren. Die Vortragsredner referierten darüber, dass sich das Thema „Gesundheitsprävention an Schule“ heutzutage glücklicherweise nicht mehr nur auf Aufklärung beschränkt:</p>
<p>Inzwischen gibt es ein erweitertes Verständnis von Gesundheit, welches sich am Konzept der Salutogenese orientiert, während Gesundheitsprävention zunehmend als Querschnittsaufgabe gesehen und mit nicht wenig Fördermitteln unterstützt wird. Das alles ändert jedoch nichts daran, dass z.B. Kinder aus Schulen in sozial benachteiligten Vierteln oder abgehängten Regionen aus den verschiedensten Gründen oft nicht in den Genuss der vielen Angebote kommen! Am Ende hängt wieder alles davon ab, wie die jeweilige Schulleitung tickt und ob Gesundheitsprävention vor Ort als willkommene Gelegenheit für Weiterentwicklung - oder aber als zusätzliche Belastung empfunden wird.</p>
<p>Aber nun zum Punkt, warum ich darüber schreibe: Beide Redner betonten in ihrem jeweiligen Fazit, dass es endlich echten Dialog braucht: Dialog mit Lehrkräften, Dialog mit Schüler:innen und Eltern, Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis! Nur dieser Dialog könne letztlich davor schützen, Programme an den Bedürfnissen der Betroffenen „vorbeizukonzipieren“, um dann am Ende zwar tolle Veröffentlichungen, aber keinen wirklichen Impact zu haben. In der anschließenden Diskussion bekam ich Herzklopfen und rutschte auf meinem Stuhl unruhig hin und her, mit mir selber ringend, ob ich mich zu Wort melde. Gerade als die Moderatorin schon die Pause einläuten wollte, schnellte mein Arm dann doch noch nach oben: „Hm, ja, na gut, dann Sie noch! Aber vielleicht könnten Sie sich kurz fassen?!“ sagte sie und lächelte etwas gequält dabei. Und dann brach es geradezu aus mir heraus:</p>
<p>Warum nehmen hier in dieser Veranstaltung Experten und Koryphäen, die nach ihren Vorträgen meist sowieso gleich wieder abrauschen, den allergrößten Teil der Zeit in Anspruch?</p>
<p>Was macht es so schwer, hier und jetzt schon mal anfangen mit dem viel gepriesenen Dialog?</p>
<p>Warum wird den Teilnehmenden eine passive Konsumhaltung auferlegt, auf dass Sie dann später in der lächerlich knapp bemessenen Zeit für Diskussion miteinander gottlos ums Wort kämpfen müssen?</p>
<p>Mal ganz abgesehen davon, dass Personen mit nicht-akademischen Wurzeln es in einem solch elaborierten Setting sowieso schwerer haben, das Wort zu ergreifen! Sicher mischte sich da auch eine Portion Frust in meine Rede – Frust darüber, dass engagierte Praktiker:innen um Support „von oben“ meistens regelrecht betteln müssen, während umgekehrt leider oft eine Mischung aus Desinteresse und „momentan leider sehr beschäftigt“ herrscht … Es gab jedenfalls starken Applaus und in der Pause kamen einige Leute direkt auf mich zu, um mit mir ins Gespräch zu kommen, zu fragen, was ich beruflich mache usw. Ganz ehrlich: Als Freiberufler auf der Suche nach Kooperationen war es auch mal ganz schön, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen! Keine Ahnung, ob mein Plädoyer auch nur irgendetwas bewirken wird, aber immerhin ging ich am Nachmittag mit einer Handvoll guter Kontakte wieder zurück in Richtung Hauptbahnhof –  was für eine Erfahrung!</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-2282 size-large" src="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Unbenannt-1-1024x541.webp" alt="" width="1024" height="541" srcset="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Unbenannt-1-980x518.webp 980w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Unbenannt-1-480x254.webp 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /> <img decoding="async" class="alignnone wp-image-2281 size-large" src="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/Unbenannt-20-899x1024.webp" alt="" width="899" height="1024" />Fotos: Mischpultkarten von <a href="https://www.maikeplath.de/blog" target="_blank" rel="noopener">Maike Plath</a> - Veto-Weiterbildung 2024</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/oefter-mal-den-status-checken-und-beherzt-darueber-hinaus-gehen-statuslehre-nach-maike-plath/">Öfter mal den Status checken &#8211; und beherzt darüber hinaus gehen! Statuslehre nach Maike Plath</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Öfter mal Veto machen! Mein vorläufiges Fazit zur Jahresweiterbildung bei Maike Plath</title>
		<link>https://andregoedecke.de/oefter-mal-veto-machen-mein-vorlaeufiges-fazit-zur-jahresweiterbildung-bei-maike-plath/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Oct 2024 04:52:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Autoritäre Prägung]]></category>
		<category><![CDATA[Maike Plath]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Vetoprinzip]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://andregoedecke.de/?p=2302</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/oefter-mal-veto-machen-mein-vorlaeufiges-fazit-zur-jahresweiterbildung-bei-maike-plath/">Öfter mal Veto machen! Mein vorläufiges Fazit zur Jahresweiterbildung bei Maike Plath</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="col20 f-left">
<div id="container-widget-1" class="grid-row stretched-mobile stretched-tablet" data-type="Container" data-delay="">
<div class="grid-content">
<div class="grid-column">
<div class="widget-row">
<div id="text-widget-1725700043099" class="widget widgetResponsive textWidget col20" data-type="TextWidget" data-delay="" data-animation-duration="" data-animation-delay="" data-animation="lazyAnimation-">
<div class="text-widget-content">Seit dem Beginn meiner Weiterbildung zum Veto-Konzept nach Maike Plath verwende ich diese quietschgelbe Karte in meinen Seminaren, Supervisionen und ALLE WETTER Kreisgesprächen! Gleich zu Beginn lege ich sie in die Kreismitte und erläutere, was es damit auf sich hat. Dafür braucht es i.d.R. nur zwei bis drei Sätze, weil die Sache geradezu selbsterklärend ist - was oft auch mit einem zufriedenen Nicken oder Lächeln quittiert wird: <em>Niemand muss hier irgendwas. Punkt</em></div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Alles Mitmachen, Mitspielen, Beitragen, Sich-äußern, Sich-einlassen, Sich-zum-Obst-machen darf aus Neugier, Lernlust, Spielfreude oder einem echten Kooperationsimpuls heraus erfolgen! Andernfalls kann jede:r Veto einlegen, anstatt entgegen der eigenen inneren Stimme etwas mitzumachen – sei es aus Anpassungsdruck, Furcht vor Missbilligung oder weil „es sich so gehört“. Es entsteht ein Raum, in dem jederzeit Veto gegeben werden kann – und in dem Veto bedingungslos akzeptiert wird. So können Menschen in einem geführten Setting wie einem Seminar oder einem Teamcoaching ihre Integrität wahren und werden nicht wider Willen zu Tätern oder Opfern. Nervigen Machtspielchen, entfremdender Unterordnung oder schmerzhaften Grenzüberschreitungen wird der Nährboden entzogen.</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Dieses Prinzip entlastet mich als Seminarleiter oder Prozessbegleiter – denn wenn sichergestellt ist, dass jede:r der Teilnehmenden Veto einlegen kann, muss ich mir nicht permanent den Kopf darüber zerbrechen, ob ich sie z.B. gerade über- oder unterfordere. Ich kann unbeschwerter und intuitiver agieren, weil ich einen guten Teil der Führungsverantwortung vertrauensvoll an die Gruppe übergeben habe.</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content"><em>Aber sollte das nicht eigentlich selbstverständlich sein?</em></div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Ja, in einer idealen Welt vielleicht! Z.B. legen Kinder und Jugendliche in der Schule ja mehr oder weniger oft Veto ein – mit der Folge, dass sie es (zumindest noch an den meisten Schulen) mit einem beeindruckenden Arsenal von Maßnahmen zu tun bekommen: vom ausgeklügelten Bewertungs- und Punktesystem über Lob, Tadel, sich steigernder Schimpf-Lautstärke und Sanktionen bis hin zum Schulverweis: Machst du Veto, kriegst du Ärger!</div>
<div class="text-widget-content">Nun haben die meisten heutigen Erwachsenen im Laufe ihres Aufwachsens solche Erfahrungen gemacht. Die Summe all dieser Erfahrungen schlägt sich nieder in einer autoritären Prägung, die bestimmte, mehr oder weniger unbewusste Verhaltensmuster nach sich zieht. Diese finden sich u.a. auf einer Skala zwischen totaler Anpassung und totaler Rebellion wieder.</div>
<div class="text-widget-content">Nicht, dass Anpassung oder Rebellion und alle Stufen dazwischen per se ungeeignete Strategien wären - das hängt schließlich immer von der Situation ab! Problematisch wird es halt dann, wenn solche Verhaltensmuster in einer Gruppe oder Organisation wichtige Qualitäten blockieren: Ehrlichkeit, authentische Begegnung, klare Kommunikation, Empathie, Kooperation, Konfliktlösung, gemeinsames Erreichen von Zielen, Weiterentwicklung oder einfach nur Lebendigkeit und Spontaneität</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content"><em>Ein konkretes Beispiel? Gerne!</em></div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Ich bin durch meine berufliche Tätigkeit vor allem im schulischen Bereich unterwegs – und mir begegnet dort in den letzten Jahren immer öfter eine Haltung, die ich mit dem Begriff „Funktionier- und Überlebensmodus“ beschreiben würde: Zwar gibt es bei den betreffenden Pädagog:innen oft ein Bewusstsein dafür, dass das Bildungssystem mit Blick auf originäre kindliche Bedürfnisse, Kinderrechte, Bildungsgerechtigkeit, Gesundheit der Angestellten usw. aktuell meist nicht liefert. Dennoch wird der "weiße Elefant im Raum" nicht thematisiert, weil die Aussicht auf (am Ende selbst anzustoßende) Veränderungen nun mal Angst macht – Angst oft in Verbindung mit dem Gefühl von Ohnmacht.</div>
<div class="text-widget-content">Diese Mixtur wiederum fühlt sich oft so schrecklich an, dass dieser Status quo weiter in Kauf genommen wird – bietet er doch immerhin eine Art von Sicherheit und Kontinuität. Von außen betrachtet erscheint das vielleicht erstmal als ein schwer zu ertragender Zustand voller innerer Konflikte, unterdrückter Wut und trauriger Momente! Dennoch ist er für viele von uns ertragbar, weil uns diese Art des Ertragens aus der Kindheit vertraut ist und weil uns damals angesichts autoritärer Strukturen nichts anderes übrig blieb, als sie „einzuüben“ – Funktionier- und Überlebensmodus halt.</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Heute zahlen i.d.R. alle Beteiligten einen hohen Preis dafür. Wenn bspw. immer mehr Lehrkräfte sich nur noch über ihre Rolle als „Lernstoffvermittler:in“ definieren, um sich nicht mit den wirklich brennenden Themen unserer Zeit/unserer Kinder auseinanderzusetzen, werden (bzw. bleiben) unsere Schulen eine Art von Lernfabrik, wo die Erwachsenen in besagtem Modus am Ende nur noch wie Zombies durch die Gänge kamuffeln. Was macht das auf Dauer mit den Kindern und Jugendlichen?</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content"><em>Ich bin weit davon entfernt, das Veto-Prinzip als „elegante Lösung“ anzupreisen.</em></div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Ansatz legen nahe: Wenn wir die Idee dahinter wirklich ernst nehmen, warten einige interessante Herausforderungen und Abenteuer auf uns, z.B.:
<ul>
<li>uns auseinandersetzen mit unserer eigenen autoritären Prägung und den daraus erwachsenen heutigen problematischen Verhaltensmustern</li>
<li>mutig und ver-rückt werden, um uns neue und unerprobte Strategien anzuverwandeln</li>
<li>mit dem Veto, das uns entgegengeschleudert wird, umgehen können, d.h. in Situationen, wo unsere bisherigen Methoden und Lösungsansätze nicht auf die erhoffte Resonanz stoßen, auf autoritäre oder manipulative Strategien zu verzichten</li>
<li>uns im Ertragen von Ungewissheit üben und eine positive Vorstellungskraft entwickeln - mit Blick auf nicht vorhersagbare Entwicklungen in Gruppensituationen oder pädagogischen Settings</li>
<li>während all das passiert, mit den eigenen Gefühlen sein und prozessieren können (und ggf. auch mit denen der anderen Beteiligten)</li>
</ul>
<em>Puh, klingt mal eben nicht so locker-easy wie am Anfang des Artikels beschrieben, oder?</em></div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content">Aber ich glaube, es lohnt sich, wenn wir mal durch den ganzen Kakao hindurchgehen und alle möglichen Schablonen und Glaubenssätze, die uns im „Land des inneren Gehorsams“ (Maike Plath) gefangenhalten, loslassen: Wir können dann ein Maß an Selbstwirksamkeit, Gelassenheit und vielleicht sogar Weisheit entwickeln, das uns dabei hilft, endlich besser mit Vielfalt klarzukommen - und die nötige Superpower für die solidarische Bewältigung künftiger Krisen zu erzeugen. Übrigens ist die gelbe Veto-Karte nur einer von insgesamt sieben demokratischen Führungsjokern. Wobei Führung hier nicht nur im Sinne von Teamleitung oder Management gemeint ist, sondern auch von pädagogischem Handeln oder von Selbstführung. Aber darauf werde ich in meinen kommenden Artikeln gerne nochmal genauer eingehen. Im Moment habe ich noch genug damit zu tun, zu verstehen, was Veto ist und was es für mich und mein Sein und Tun bedeutet.</div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content"><em>Bleib bis dahin neugierig und leg in deinem Alltag einfach öfter mal Veto ein!</em></div>
<div> </div>
<div class="text-widget-content"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-2304 size-full" src="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/veto01.webp" alt="" width="1000" height="750" srcset="https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/veto01.webp 1000w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/veto01-980x735.webp 980w, https://andregoedecke.de/wp-content/uploads/2025/08/veto01-480x360.webp 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1000px, 100vw" /> Die sieben demokratischen Führungsjoker PS: Das Veto-Institut gibt monatlich Info-Zooms. Alle Informationen findest du auf den <a href="https://vetoinstitut.de/">Seiten des Veto-Institutes</a>.</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/oefter-mal-veto-machen-mein-vorlaeufiges-fazit-zur-jahresweiterbildung-bei-maike-plath/">Öfter mal Veto machen! Mein vorläufiges Fazit zur Jahresweiterbildung bei Maike Plath</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Maike Plath: Türwächter:innen der Freiheit</title>
		<link>https://andregoedecke.de/2393-2/</link>
					<comments>https://andregoedecke.de/2393-2/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Apr 2024 18:30:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Maike Plath]]></category>
		<category><![CDATA[Vetoprinzip]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://andregoedecke.de/?p=2393</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/2393-2/">Maike Plath: Türwächter:innen der Freiheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="col20 f-left">
<div id="container-widget-1725731406784" class="grid-row stretched-mobile stretched-tablet" data-type="Container" data-delay="">
<div class="grid-content">
<div class="grid-column">
<div class="widget-row">
<div id="text-widget-1725731406783" class="widget widgetResponsive textWidget col20" data-type="TextWidget" data-delay="" data-animation-duration="" data-animation-delay="" data-animation="lazyAnimation-">
<div class="text-widget-content">

Die Autorin, Theaterpädagogin und Unternehmerin Maike Plath schildert in „Türwächter*innen der Freiheit“ ihren Weg als Lehrerin im deutschen Schulsystem und wie es infolge gravierender Erfahrungen darin zur Entwicklung des VETO-Prinzips kam.

Mitte der Nullerjahre nahm sie als junge Lehrkraft eine Stelle in einer Hauptschule in Berlin-Neukölln an – und scheiterte dort erstmal gewaltig: Von den Schüler:innen nicht ernst genommen und mega herausgefordert, von den Kolleg:innen (zumindest von denen, die das Sagen hatten) belächelt und ausgebremst. Der Clou bestand halt darin, dass sie an diesem Punkt nicht das Handtuch warf, sondern sich all dem aussetzte, sich Fragen stellte - wie z.B. „Wer bin ich, wenn mich niemand toll findet?“ - und mit diesen Fragen jeweils eine Zeit lang ging.

Ihre wichtigste Frage war und ist jedoch die nach der Möglichkeit, mit jenen Kinder in wahrhafte Kooperation zu treten, die innerhalb des Systems schon einen Stempel weg haben und die nicht mehr „anspringen“ auf Noten, Lob oder Androhung von Sanktionen bis hin zum Rauswurf aus der Schule.

Alles begann damit, dass sie in ihrer Theater AG (und später auch im „regulären Unterricht“) ein Vetorecht einführte, d.h. alle Vorschläge, egal von wem sie kamen, konnten abgelehnt werden. Idee dahinter: Menschen wissen in der Regel immer erstmal ziemlich genau, was sie NICHT wollen. Gibt man dem mutig Raum und Akzeptanz, mag in den meisten Fällen erstmal Chaos entstehen. Aber Chaos wird irgendwann jedem und jeder zu anstrengend oder gar langweilig. An diesem Punkt angekommen, wird es möglich, darüber zu reden, WAS die Personen denn wollen, WIE sie das wollen und auf welches Vorgehen man sich in der Gruppe einigt - sodass am Ende alle Beteiligten in ihre Selbstwirksamkeit kommen und Freude am gemeinsamen Tun erleben.

Aus diesem Move heraus entwickelte Maike ein Konzept für demokratische Führung in Schulen, Unternehmen, Gemeinschaften u.a.: Das Vetorecht ist mittlerweile einer von sieben „demokratischen Führungsjokern“, auf denen dieses Konzept beruht. Mittlerweile gibt es sogar eine intensive Weiterbildung dazu, an der ich seit Beginn dieses Jahres teilnehme – und mit deren Hilfe ich eine weitere Berufs- und Lebensbaustelle angegangen bin: FÜHRUNG. Soll heißen: Künftig immer öfter mutig, frech und klar Führung übernehmen - und im Sinne des VETO-Konzeptes auch Führung wieder abgeben, damit Integrität, Mitgestaltung und Gemeinsinn eine Chance bekommen.

Maike Plath: Türwächter*innen der Freiheit (BoD Norderstedt 2022)

<a href="https://www.podcast.de/podcast/2603316/tuerwaechterinnen-der-freiheit" target="_blank" rel="nofollow noopener">https://www.podcast.de/podcast/2603316/tuerwaechterinnen-der-freiheit</a>

https://www.maikeplath.de/

<a href="https://vetoinstitut.de/angebot/weiterbildung/" target="_blank" rel="nofollow noopener">https://vetoinstitut.de/angebot/weiterbildung/</a>

</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div><p>Der Beitrag <a href="https://andregoedecke.de/2393-2/">Maike Plath: Türwächter:innen der Freiheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://andregoedecke.de">andregoedecke.de</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://andregoedecke.de/2393-2/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
